Kanye Wests Wireless-Festival-Auftritt vom Bürgermeister verurteilt: „Nicht repräsentativ für Londons Werte“

Kanye Wests angekündigter Auftritt beim Wireless Festival 2026 sorgt für Empörung – wegen seiner antisemitischen Vergangenheit.

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Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat sich zu Kanye Wests kürzlich bekanntgegebenem Auftritt beim Wireless Festival 2026 in London geäußert. Der Rapper, der sich inzwischen Ye nennt, soll am 10., 11. und 12. Juli im Finsbury Park der Stadt auftreten.

„Wir sind der klaren Meinung, dass die vergangenen Äußerungen und Handlungen dieses Künstlers beleidigend und falsch sind und schlicht nicht die Werte Londons widerspiegeln. Diese Entscheidung wurde von den Festivalveranstaltern getroffen und ist keine, an der das Rathaus beteiligt war“, erklärte ein Sprecher des Bürgermeisters gegenüber ROLLING STONE.

Am Dienstag, dem 31. März, gab das jährliche Hip-Hop-Event den Auftritt des Künstlers bekannt. „11 Jahre später kehrt Ye für eine dreitägige Reise durch seine ikonischsten Platten nach London zurück“, heißt es auf der Website des Festivals. Angesichts der umstrittenen Aussagen des Rappers und seiner antisemitischen Ausbrüche in der Vergangenheit – für die er sich inzwischen entschuldigt hat – stieß die Nachricht im Vereinigten Königreich und darüber hinaus sofort auf Entrüstung.

Scharfe Kritik aus der jüdischen Gemeinschaft

Der Jewish Leadership Council bezeichnete die Ankündigung gegenüber „The Guardian“ als „zutiefst unverantwortlich“. „West hat seine Plattform wiederholt genutzt, um Antisemitismus und pro-nazistische Botschaften zu verbreiten … Jede Venue und jedes Festival sollte es sich zweimal überlegen, bevor es Kanye West eine Bühne für seinen Antisemitismus bietet“, ergänzte der Sprecher. Auch der Sänger und Schauspieler Benjamin Haim-Isaac äußerte sich gegenüber BBC Newsbeat: „Das lässt einen wirklich daran zweifeln, ob die Organisatoren dieses Festivals die jüdische Gemeinschaft überhaupt unterstützen.“

Vertreter des Wireless Festivals reagierten auf die Anfrage von ROLLING STONE zunächst nicht.

Vergangene Woche veröffentlichte Ye sein zwölftes Studioalbum „Bully“ – sein erstes seit vier Jahren. Es ist zugleich das neueste Projekt nach dem antisemitischen Song „Heil Hitler“ aus dem Jahr 2025.

Maya Georgi schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil