Kein Bubi: Marcus Wiebusch von Kettcar über Moritz Krämer


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Ich hatte es nicht oft in den letzten Jahren, dass mich die Texte eines Künstlers von der ersten Sekunde an umhauen. Moritz Krämer bildet da die absolute Ausnahme. Ich habe ihn entdeckt, als ich beim Gisbert-zu-Knyphausen-Konzert in den Fliegenden Bauten war. Gisbert coverte Krämers „Mitbewohnerin“, da war es um mich geschehen. Die Songs, die ich dann auf Moritz’ Website fand, haben mich ebenso begeistert.

Als später das Album „Wir können nix dafür“ erschien, hat es alle meine Erwartungen erfüllt. Moritz Krämer schreibt einfach mit die besten deutschen Texte momentan. Deshalb habe ich auch keine Bedenken, dass er in diese Bubi-Schwemme um Tim Bendzko und so gerät. Dafür sind Krämers Texte einfach zu frisch und klug und mutig. Er boxt in einer anderen Liga, nämlich in der, in der ich auch Niels Frevert und natürlich Gisbert sehe. Das sind Leute, die sich nicht damit zufrieden geben, diese Klischeesätze rauszuhauen, damit der Reim ein Reim wird − wie es in den letzten Jahren leider zur Mode geworden ist. Niels und Gisbert kennen inzwischen viele − Moritz Krämer ist leider noch hoffnungslos unterbewertet.