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Kritik: Better Oblivion Community Center in Berlin

Der Zauber von Better Oblivion Community Center besteht aus den Momenten, wenn Phoebe Bridgers und Conor Oberst sich während ihres Gitarrenspiels einander zuwenden und dann gleichzeitig anfangen, über das ganze Gesicht zu grinsen. In diesen Augenblicken entfaltet sich eine erfrischende Vertrautheit und Freude, die die beiden Songwriter selten in ihren Soloarbeiten zeigen.

Das unwahrscheinliche Duo kennt und schätzt sich schon seit Bridgers‘ musikalischen Anfängen. Im Januar veröffentlichten sie unter dem Namen Better Oblivion Community Center überraschend ein gemeinsames Album.

Das Debütalbum von Better Oblivion Community Center hier bestellen

Das Live-Vorhaben im recht kleinen Columbia Theater gleicht einer Hippie-Bewegung, die Utopie-Vorstellungen bis in die Ironie ausreizt: Konzerte werden als „Meetings“ bezeichnet, am Merch-Stand gibt es Badges, die einen als Mitglied der fröhlich-traurigen Gemeinde auszeichnen, kurz vor Showbeginn bewirbt eine Stimme aus dem Off das Konzert als „Celebration of Sound and Light“ und spricht die unwahrscheinliche Botschaft: „Truth can be Fun“. Alles sehr euphorisch für zwei Künstler, die für ihre Dauermelancholie berüchtigt sind.

Die darf dann aber trotzdem nicht fehlen: Auf dem Bühnenbild, das einem Häuschen aus „Alice im Wunderland“ gleicht, steht mit Neonlettern „It Will End in Tears“ – ob es nun Freuden- oder Trauertränen sind, bleibt offen.

„I feel weird, I feel great“

Das Debüt des Duos wird als Manifest der Bewegung bezeichnet, die sich die „ultimative Entspannung“ zum Ziel gesetzt hat, heißt es auf der Webseite. In Wahrheit aber zelebrieren Oberst und Bridgers ihre eigene Freundschaft, die in der Musik aufgeht: Sie geben intimen Songs wie Obersts Lied „Service Road“ über seinen verstorbenen Bruder Raum und entsprechende Relevanz.

Beim elektronischen Ausnahmesong „Exception To The Rule“ holt sich das Duo dann aber theatralisch Gartenstühle auf die Bühne und singt das Lied ganz entspannt, als wären sie im Urlaub. „I feel weird, I feel great“, erklärt Bridgers bei einer der seltenen Ansagen und fängt damit die allgemeine Stimmung ein.



Die besten Alben aller Zeiten: „Blonde On Blonde“ von Bob Dylan

Am 16. Mai 1966 veröffentlicht, war „Blonde On Blonde“ das erste Doppelalbum eines bereits etablierten Künstlers. „Es kam dem Sound, den ich in meinem Kopf hörte, diesem fließenden, quecksilbrigen Sound, so nah wie nichts zuvor“, sagte Dylan 1978. Die manische Brillanz von „Blonde On Blonde“ lässt sich kaum besser beschreiben. Den größten Teil der 14 Songs nahm Dylan im Schnelldurchgang auf – bei einer vier- und einer dreitägigen Session in Columbias Nashville-Studios im Februar und März 1966. Das Tempo der Aufnahmen reflektierte die Amphetamin-Quirligkeit, mit der Dylan selbst zwischen ständigen Tourneen neue Songs ausspuckte. „Blonde On Blonde“ war Bob Dylans…
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