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ROLLING STONE hat gewählt: Die 100 besten Songwriter Aller Zeiten


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ROLLING STONE hat gewählt: Die 100 besten Songwriter Aller Zeiten

In dieser Liste präsentiert ROLLING STONE die 100 besten Songwriter aller Zeiten. Über Brian Wilson (Platz 12) etwa schrieben wir:

Er schrieb ekstatische Hymnen auf Lebensfreude und die kalifornische Outdoors-Kultur („Fun Fun Fun“, „I Get Around“, „California Girls“), gleichzeitig aber auch düstere Meditationen („In My Room“, „God Only Knows“) und – auf „Pet Sounds“ von 1966 – sinfonische Extravaganzen, die das bisherige Konzept der Studioproduktion auf den Kopf stellten und die Beatles zu „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ inspirierten. Für die Tatsache, dass ihm schon frühzeitig das Etikett „gequältes Genie“ verpasst wurde, machte Wilson nicht zuletzt seinen Vater, aber auch einige seiner Beach Boys-Kollegen verantwortlich.

Brian Wilson – hier bei den Aufnahmen zu „Smile“, nach „Pet Sounds“

„Sie wollten nur Surf Music, Surf Music, Surf Music“, klagte er einmal, „doch die Melancholie saß tief in meinem Herzen.“ Jahre später wurde bei ihm eine fortgeschrittene Schizophrenie festgestellt, die sein bipolares Gefühlschaos erklären half. Dass er sich jahrelang völlig zurückzog und nur noch über seinen bizarren Therapeuten/Manager Eugene Landy kommunizierte, war seiner Genesung sicher nicht gerade zuträglich.

Doch mit Beginn des neuen Jahrhunderts schien auch Wilson einen Neuanfang machen zu wollen: 2004 holte er sein unvollendetes Albumprojekt „Smile“ aus dem Tresor – und bewies erneut, zu welch außergewöhnlichen Leistungen er als Songschreiber fähig ist. Bei allen Höhenflügen aber blieb seine Arbeitsweise erstaunlich bodenständig. „Ich setze mich ans Klavier und beginne mit ein paar Akkorden“, erzählte er dem American Songwriter. „Irgendwann stellt sich eine Melodie ein, dann die Verse – und schon hat man einen Song.“

David Bowie schaffte es auf Platz 39. Unser Urteil:

Als die meisten Menschen erstmals von Bowie hörten, schlüpfte er gerade in die Haut von Major Tom – dem gottverlassenen Astronauten, der ohne jeden Kontakt zur Zivilisation hilflos durchs Weltall treibt. Die existenzielle, in diesem Fall wahrlich kosmische Entfremdung – schon früh dokumentiert auf Alben wie „Hunky Dory“ (1971) und „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders From Mars“ (1972) – sollte Bowies Visitenkarte werden und ihn zu einem der aufregendsten Songschreiber der Siebziger machen.

1972: Mick Ronson, Trevor Bolder, David Bowie und Mick Woodmansey.

Seine erste musikalische Heimat fand Bowie im Glamrock und seiner schillernden Subkultur, während er sich textlich an William Burroughs Cut-up-Technik orientierte: „Man schreibt ein, zwei Absätze, in denen man sich zu allen nur erdenklichen Themen äußert – so was Ähnliches wie ein Einkaufszettel –, schneidet den Text dann in Einzelteile mit vier, fünf Worten und mischt die Schnipsel neu zusammen“, beschrieb er einmal den Vorgang.

„Die inhaltlichen Kombinationen, die man auf diesem Wege erhält, können erstaunliche Gedankengänge auslösen.“ Doch Bowie war nicht nur der zerebrale Tüftler, sondern suchte neue Herausforderungen auch beim gemeinsamen Songschreiben mit seelenverwandten Musikern – allen voran Brian Eno, Mick Ronson und Iggy Pop. So oder so: Klassische Songs wie „Life On Mars“, „Changes“ oder „Heroes“ dokumentieren sein unvergleichliches Talent, Kunst und Pop zu einer neuen, transzendierenden Einheit zu verschmelzen.

Übersetzung der Texte Platz 1-40: Bernd Gockel.

Die besten Songwriter aller Zeiten:

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Michael Ochs Archives

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