Kritik: Michael Jackson – „This Is It“ und „Moonwalker“

Michael Jackson: „This Is It“ als Abschied, „Moonwalker“ als Mythos – zwei Filme, die ihn überlebensgroß zeigen

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18 Tage vor dem Start seiner „This Is It“-Reihe in London mit 50 Konzerten, verstarb Michael Jackson an einer Überdosis Propofol. Er war ein kranker Mann, doch dieser Proben-Mitschnitt eigt einen Sänger und Tänzer, der lebensfroh und fit wirkt, fitter als viele andere 50-jährige Bühnenkünstler. Jackson trifft die Töne von „Human Nature“, macht in „I Want You Back“ die Tanzschritte seines elfjährigen Ichs und gibt als Musical Director der Band klare Anweisungen.

Er wollte nicht sterben, kein Zweifel. Die posthum veröffentlichte „This Is It“-Doku ist eine würdevolle Verabschiedung von Michael Jackson.

Noch zu Lebzeiten, 1988, erschien sein Spielfilm „Moonwalker“, aufgebaut um Songs aus dem „Bad“-Album. Im Mittelpunkt stehen die animierten (Knet-)Figuren in „Speed Demon“ und „Leave Me Alone“ sowie die Gangster-Hommage „Smooth Criminal“, in der Jackson seine neben dem Moonwalk bekannteste Bewegung demonstriert, die Schwerkraft trotzende 45-Grad-Beuge nach vorne.

Heroin für Kinder

Die Rahmenhandlung ist absurd: Jackson als kinderliebender Erlöser, der vor Vollendung der Weltrettung seine Popkritiker abschütteln muss, auch den Schurken Frankie „Mr. Big“ LiDeo (Joe Pesci). Wie böse Mr. Big ist, hätte eine herausgeschnittene Szene gezeigt. Darin droht Pesci, allen Kindern Heroin zu injizieren.

Am Ende singt Jackson „Come Together“ – eine Machtdemonstration, denn er hatte Paul McCartney die Rechte an den Beatles-Stücken vor der Nase weggekauft. „Moonwalker“ lief hierzulande nur kurz im Kino; der Start auf dem wichtigsten Markt, den USA, zur prestigeträchtigen Weihnachtszeit wurde abgeblasen. Stattdessen ging das Werk straight to video und erschien in Amerika auf VHS. Im Rest der Welt spielte er 67 Millionen Dollar ein und war damit kein Flop (Plaion Pictures).