„Long Live The Duke & The King“: Making of-Video und Albumstream.


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Schon im Titel ihres superben Debüts wussten Simone Felice und Robert Burke, dass nichts Goldenes bleiben kann. Zumal der Zauber nicht, der diesem Anfang definitiv inne wohnte. Kein Grund für The Duke & The King, nicht gleich weiter diesem musikhistorischen Moment circa 1970/71 auf den Fersen zu bleiben, als der Rhythm’n’Blues schon abgehoben und an Bord des Fliegers zur Freiheit in schwarz-weißer Brüderlichkeit auch unerschütterliche Hippies und unerschrockene Folkies freudig begrüßt hatte.

„Long Live …“ hat aus dem Duo ein Quartett gemacht. Mit Nowell „The Deacon“ Haskins (aus dem Parliament-Funkadelic-Clan) sowie Simi Stone, die nicht nur Geige spielt, sondern im Glam-Souler „No Easy Way Out“ auch mal die erste Stimme geben darf – das hatte sich schon auf Tour bewährt. Sie singen alle und baden diese zehn nicht durchweg starken Songs in ganz viel Harmonie(n) und ein bisschen Hysterie. Gegeben werden feierliche Nostalgie („Gloria“), feierlicher Retro-Soul („Hudson River“) und jede Menge mellow vibes, deren Feierlichkeit schön trügerisch sein kann. „Hello children of the sun“, singt Felice etwa, „how does it feel to hold a gun, can you sleep when day is done?“

Der Trip kulminiert in diesem alten Hotel mit den runtergelassenen Jalousien, wo manche schon in die Hölle gegangen sind und andere nur noch abhängen. Das gut sechsminütige „Don’t Take That Plane Tonight“ klingt, als hätte Y (wie Young, Neil) diese drei anderen Buchstaben durch einen im Laurel Canyon versprengten Rest der Mothers Of Invention ersetzt. The Duke & The King werden lange leben – auch wenn das Gold schon ein wenig blättert. (Pias)

Jörg Feyer

The Duke & The King – Long Live The Duke & The King (Album Prelistening + Free Download) by PIASGermany

ROLLING STONE präsentiert: The Duke & The King live

02.11.10 Köln, Blue Shell
03.11.10 Berlin, Frannz
04.11.10 Hamburg, Prinzenbar