ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
Highlight: Drama, Baby! 10 Serien, die für immer in unseren Herzen bleiben

„Mad Men“: Don Drapers Reise ins Nichts

Vielleicht war die Welt damals tatsächlich orange und braun, als die 60er-Jahre zu Ende gingen, bestimmt waren die Autos eckig und geräumig, und die Minibar war ein hölzerner Globus mit abnehmbarer Kuppel. Noch einmal inszeniert Matthew Weiner sein Amerika: Das letzte Kapitel von „Mad Men“ ist ein Abgesang, der alle Americana zum Glühen bringt, eine mythische Reise, die an „About Schmidt“ und „The Straight Story“ denken lässt: Ein Mann will in die Geschichte eingehen, in die Schichten von Erinnerung und Erfahrung, und dazu muss er FAHREN.

Don Draper hat das Büro verlassen und unternimmt einen Überlandfahrt, er ist auf dem Weg von Wyoming nach Kansas, und natürlich ist das ebenso Herzland wie die Mitte des Nirgendwo. Die Tochter ermahnt er am Telefon zur Verantwortlichkeit: Sie solle ihre Feldhockey-Ausrüstung, die sie nicht mehr braucht, verkaufen.

Konfrontation mit der Vergangenheit

Das sagt der Richtige: Draper steigt in einem Motel ab, das Norman Bates‘ Apartments evoziert, er lässt sich mit einem durchtriebenen jungen Mann ein, der ihm Alkohol bringt, und feiert dann mit Kriegsveteranen, taucht ein in den Schwiemel, die Kameradschaft und Sentimentalität der Good Old Boys, die saufen und singen und sich selbst bemitleiden.

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Von der Schlacht im Hürtgenwald an der deutsch-belgischen Grenze erzählt einer, vom Schnee und von fünf deutschen Soldaten, die sie getötet haben, und alle hätten blaue Augen gehabt. Draper hat feuchte Augen, und im Glimmer erzählt er plötzlich von Korea und dem Vorgesetzten, den er umbrachte, indem er Benzin in Brand setzte. Die alten Knaben stutzen, dann bestätigen sie die Notwehr: Ein Mann musste tun, was er tun musste, um wieder nach Hause zu kommen.

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Drama, Baby! 10 Serien, die für immer in unseren Herzen bleiben

Six Feet Under Eine makabere Seifenoper, die sich um eine Bestatterfamilie dreht? Als Oscar-Gewinner Alan Ball („American Beauty“) HBO seine Idee für „Six Feet Under“ vorstellte, war man zunächst skeptisch. Gut, dass die Verantwortlichen alle Zweifel über Bord warfen. Ein fantastischer Cast (u.a. Michael C. Hall, noch wesentlich besser als später in „Dexter“), melancholische Pointen und absurde Todesszenarien zum Start jeder Folge entwickelten bei den Zuschauern zurecht schnell einen ungeheuren Sog. Auch deshalb, weil sich „Six Feet Under“ als ironische Meditation über das Leben versteht und eine Emanzipationsgeschichte an die nächste reiht. Die ehrlichen und zugleich überlebensgroßen love stories suchen…
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