Mastodon sprechen schonungslos über den Verlust von Brent Hinds: „Wir waren erschöpft“

Die Band hatte sich Monate vor Hinds' Tod im Jahr 2025 von ihm getrennt – jetzt reden sie Klartext.

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Fast ein Jahr ist es her, seit der ehemalige Mastodon-Sänger und -Gitarrist Brent Hinds bei einem Motorradunfall ums Leben kam. Zu diesem Zeitpunkt lagen nur wenige Monate zwischen seinem Tod und der Ankündigung, dass Hinds die Band verlassen habe – wobei er später erklärte, er sei gefeuert worden. Nun haben Mastodon ein Video veröffentlicht: „The Mastodon in the Room“ zeigt die drei anderen Gründungsmitglieder, die sowohl die guten als auch die vielen schweren Zeiten mit Hinds Revue passieren lassen und erklären, was damals wirklich geschah.

Als öffentliche Person hat Hinds seine Probleme nie verborgen. In dem 36-minütigen Video beschreiben Bassist und Sänger Troy Sanders, Gitarrist Bill Kelliher und Drummer Brann Dailor Hinds als vielschichtigen Menschen, der mit Sucht und psychischen Erkrankungen kämpfte. Das Trio sitzt in einem Kinosaal, lacht beim Anblick alter Aufnahmen und erinnert sich an schöne Momente – doch der Großteil des Videos dreht sich darum, wie die drei versuchen, eine offenbar zerrüttete Beziehung zu verstehen. Sie schildern Situationen, in denen Hinds völlig unangemessen reagierte, und berichten, dass danach stets eine Art „Wiedergutmachungs-Show“ folgte, die dann grandios war. „Es klingt fast wie das, was man über misshandelte Ehefrauen hört“, sagt Dailor. „Der reumütige Freund oder Ehemann kommt mit Blumen zurück. … Er hat uns Diamantringe geschenkt.“ Irgendwann wurde die Situation so fragil, dass sie sich kaum noch daran erinnern konnten, dass er auch glücklich sein konnte.

Für Schlagzeilen sorgte Hinds 2007, als er bei den MTV Video Music Awards mit System-of-a-Down-Bassist Shavo Odadjian und dem Musiker William Hudson aneinandergeriet. Laut Polizeibericht war Hinds der Angreifer – Hudson soll sich gewehrt haben und Hinds dabei eine gebrochene Nase, zwei blaue Augen und eine Hirnblutung zugefügt haben. „Zum ersten Mal fühlte sich Mastodon wirklich zerbrechlich an“, reflektiert einer der Musiker im Off.

Dailor über Hinds‘ Eskapaden

„In seinen schlimmsten Besäufnissen war er ein notorischer Grenzüberschreiter“, sagt Dailor in dem Video. „Er hat jemanden zu weit getrieben. Wie mir erzählt wurde, hat jemand gesagt: ‚Mach das nicht mit mir‘, er hat es trotzdem getan und dafür eine verpasst.“

Sie schildern, wie ihn der Stress auf der „Crack the Skye“-Tour überwältigte und er seine Gefühle an der Crew der Band ausließ. Album für Album rekapitulieren sie die Schwierigkeiten im Umgang mit Hinds und berichten, dass sein Trinken in den letzten fünf Jahren so eskaliert war, dass jeder der anderen Mitglieder das Gefühl hatte, etwas müsse sich ändern.

„Wir wussten in unserem Herzen, dass sich das niemals ändern würde“, sagt Sanders in dem Video. „Ich kann euch nicht sagen, wie viele ernste Gespräche wir drei geführt haben – tagsüber, nüchtern, zu viert –, um jemanden anzuflehen, mit dem du den Großteil deines Lebens verbracht hast, uns zuzuhören. … Es kam zu dem Punkt, wo die Shows schlechter wurden, und wir waren erschöpft, absolut erschöpft davon, all diese Liebe in etwas zu stecken, das schlicht und ergreifend nicht zuhörte oder sich nicht darum scherte.“

Sanders‘ letztes Treffen

Bei einem Bandtreffen las Sanders Hinds einen Brief vor, in dem er seine Kritikpunkte darlegte – im Video erzählt er, dass Hinds mittendrin aufstand und ging. Das war das letzte Mal, dass Sanders ihn sah.

„Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“, sagt Kelliher. „Wir drei hätten den ganzen Tag üben und proben können, und wenn wir dann auf die Bühne gingen und auf ihn angewiesen waren, hat uns das zermürbt – uns alle.“

„Es war schrecklich“, sagt Dailor in dem Video. „Wirklich deprimierend und traurig, beschissen. Wir wollten doch nur dieses wunderschöne, erstaunliche Wesen Brent Hinds da draußen haben, der den Honig serviert und sich die Seele aus dem Leib schreit. … Wir haben uns so sehr nach diesem Typen gesehnt. Aber er hat uns immer wieder gezeigt, dass dieser Mensch ohne eine drastische Veränderung nicht zurückkommen würde.“

Neues Album ohne Hinds

Nach Hinds‘ Abgang holte die Band Gitarrist Nick Johnston als neuen Lead-Gitarristen. Im vergangenen Mai vermeldete Dailor, dass die Band die Aufnahmen zu ihrem neunten Studioalbum abgeschlossen habe. Hinds war daran nicht beteiligt. „Es war ein schweres Album“, sagte er gegenüber Blabbermouth. „Es war eine sehr emotionale Zeit für uns. Ich habe meine Mutter verloren, wir haben diesen ganzen Aufruhr mit Brent durchgemacht, und dann ist er gestorben. Es war hart.“

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