Neu auf 4k: Jim Hensons „Die Reise ins Labyrinth“ – Review
Jim Hensons „Reise ins Labyrinth“: Der Klassiker mit David Bowie als Goblin-König erscheint zum 40. Jubiläum als 4K-Version.
Jim Hensons „Reise ins Labyrinth“ ist eine Neuerzählung von „Alice im Wunderland“ mit Muppets, in der David Bowie als „Goblin-König“ Jareth herrscht. Als Diktator mit Tina-Turner-Perücke und weißer Strumpfhose in Reiterstiefeln stolziert er durch seine Festung im Irrgarten. Bowies „Heroes“-Traum, 1977 besungen in eben jenem, seinem bekanntesten Stück, sein darin besungenes „I, I Will Be King“-Mantra, wurde in dieser Rolle
endlich Realität. Ins Labyrinth entführt Jareth das Baby Toby, das seine Schwester Sarah (Jennifer Connelly, 16, in ihrer ersten großen Rolle) retten will.
Genug Zeit für Henson, während Sarahs Quest etliche handanimierte Kreaturen in Szene zu setzen, darunter der herausfordernd anzusehende Hoggle – eine Kreuzung aus Charakterschauspieler-Gesicht und einem Keith-Richards-Schrumpfkopf – sowie für Bowie, diverse Popsongs zu singen, darunter das wunderschöne „As the World Falls Down“, das durch seine angedeutete Romanze mit der Teenagerin jedoch eine unangenehme Note erhält.
Anarchischer Muppets-Humor offenbart sich überall in diesem brüchigen Königreich: Fast alle Zauberfallen und Giganten-Monster, das hat Jim Henson augenzwinkernd verpackt, erweisen sich als billige, ächzende Apparaturen. Hinter ihnen verbergen sich Hutzelmännchen, die sie mechanisch antreiben, und die vom Zuschauer auch gesehen werden sollen.
Das Ende des Fantasybooms
Es ist ein Schauspiel im Schauspiel, eine Requisiten-Offenbarung innerhalb eines Requisiten-Films. Aber nie bot Henson kindische Späße dar, sondern stets Erwachsenenhumor – das ist ein Ausdruck größten Respekts vor den jüngsten Zuschauern.
Wie sein „Dunkler Kristall“ floppte das „Labyrinth“, es markierte das Ende des Fantasy-Kinobooms der späten 1980er-Jahre. Es sollte auch Hensons letzter Kinofilm bis zu seinem frühen Tod 1990 sein. Dafür erscheint „Die Reise ins Labyrinth“ zum 40. Jubiläum als 4k-Version (Plaion).