Neu im Plattenregal – die Alben vom 01. April 2011


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Hier eine Auswahl der vorgestellten Alben in unserem simfy-Player:

a-ha – „Ending On A High Note. The Final Concert. Live At Oslo Spektrum“ (a-ha network/We Love Music/UDP/Universal)
Das letzte Konzert der schwedischen Pop-Institution wurde schon von Arne Willander in seinem Videoblog wärmstens empfohlen. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzufügen. Ein würdiger Abschluss – für a-ha-Möger…

The Charcoal Sunset – „s/t“ (Radiotransmissionmusik/Rough Trade)
Es kann ja im Leben eines Musikjournalisten auch oft in die Hose gehen, wenn man auf Konzerten des Nächtens Freunde von Freunden vorgestellt bekommt, die in einer Band spielen. Nicht selten schleppt man dann Tonträger nach Hause, die in ihrer Qualität eher fragwürdig sind. Aber so was kann auch gutgehen: Erst kürzlich ist einem das mit dem gar nicht mal schlechten Album des Songwriter Gregor McEwan (der sich gar auf unserer aktuellen „New Noises“-CD findet) passiert, und nun erreicht diesen Schreibtisch noch das Album der Berliner Band The Charcoal Sunset, dessen Gitarrist/Sänger/oder war’s der Bassist man nach einem Evan Dando-Konzert vorgestellt bekam. Die Vorbilder der Herren sind klar benannt: Wilco, Bright Eyes, Ryan Adams – so findet man sie auf der Bandwebsite. Das Album strebt dann auch hörbar in diese Richtung, ist aber noch ein paar Lichtjahre entfernt, was bei diesen großen Namen ja auch nicht wundert. Dennoch: Songs wie „Glenn Gould“ und „Missed Connections“ überzeugen durch ihren reichen Folkklang – wenn sie sich (oder ihrem Sänger) noch ein wenig das Pathos austreiben, kann das eine Runde Sache werden. Das Album gibt’s im simfy-Player. 

Clickclickdecker – „Du ich wir beide zu den fliegenden Bauten Live“ (Audiolith/Broken Silence)
„Fahr mich bitte nach Hause, lass mal gut sein mit dem Wechselgeld“ – diese tröstlichen Zeilen servierte Kevin Hamann alias Clickclickdecker in seinem wunderbaren Song „Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt“. Nachdem Hamann die letzten Jahre überwiegend als Teil des Elektro-Duos Bratze unterwegs war, spielt er hier sozusagen ein kleines Best of in seiner Heimspiel-Location in Hamburg. Sehr schön aufgenommen das alles, mit feinen Verzierungen aus Keyboard und Computer. Wer reinhören will, tue dies im simfy-Player.

Favez – „En Garde!“ (Two Gentlemen/Indigo)
Indie-Rock. Wer hat’s erfunden? Na, die Schweizer sicher nicht, dennoch schlägt sich die Band aus Lausanne nicht schlecht. Zweieinhalb Sterne gibt’s in unseren Rezensions-Quickies. „Favez aus Lausannne stehen mit beiden Beinen auf dem Boden: Indie-Rock mit Dicke-Lippe-Riffs und Refrains für die große Kulisse. In ein, zwei Platten vielleicht ein größeres Thema.“ Das Album gibt’s ebenfalls im simfy-Player.

Glasvegas – „Euphoric Heartbreak“ (Columbia/Sony Music )
Die Rezension des Zweitlings von Glasvegas gibt’s schon online zu lesen. Und zwar hier. Noch mehr Hall, noch mehr Echo, noch mehr Pathos. Torsten Groß gefällt’s so gut, dass er vier Sterne vergibt.

Guano Apes – „Bel Air“ (Columbia D./Sony Music Columbia Four)
Oh mein Gott – gibt’s die noch? Ja. Wieder. (Album im simfy-Player – für Neugierige, Nostalgiker, Wagemutige). Hier noch das aktuelle Video:

David Hasselhoff – „A Real Good Feeling“ (Ariola/Sony Music Ariola/Sony Music)
Oh mein Gott – gibt’s den noch? Ja. (Album im simfy-Player – für Neugierige, Nostalgiker, Wagemutige)

Natalia Kills – „Perfectionist“ (Interscope/UID/Universal)
Die Britin Natalia Cappuccini widmete sich zuvor dem Schauspiel, wirkte in diversen BBC-Hörspielen mit und geht nun die Popstar-Karriere an. Und das könnte in der Tat klappen, denn die bei Gaga geborgte Exzentrik und die an Britneys aktuellea „Femme Fatale“ erinnernde Mischung aus Clubwucht und Popmomenten kommt ja beim Jungvolk momentan sehr gut an. Dazu geriert sie sich in ihren Texten abgründig, lasziv, bisweilen bitchy – auch dies eine Mischung, die 16jährige Girlies auf Selbstfindung sicher gerne mitsingen in ihren dunklen Phasen vor dem Ausgehen. Das Album gibt’s im simfy-Player, hier ein Making of:

The Kills – „Blood Pressures“ (Domino/GoodToGo)
Unserer Rezensent freut sich: „Jamie Hince und Alison Mosshart machen wieder kräftig Remmidemmi, so ungeschlacht und sexy wie eh und je. Sie packen den Blues bei den Wurzeln und zerren ihn durch die unaufgeräumte Garage. Das schäbig polternde Schlagwerk, die aufgekratzten, räudigen Gitarrenriffs, der verruchte Gesang – alles ist noch da, was das amerikanisch-britische Duo zum Inbegriff der Indie-Coolness machte.“ Dreieinhalb Sterne gibt es dafür. Das Album kann man im simfy-Player im Stream hören.

Milow – „North And South“ (B1/UDP/Universal)
Der Belgier wird auch mit diesem Album wieder in den oberen Chartplatzierungen zu finden sein. Und er wird sich nicht dagegen wehren können, dass man ihn wieder mal mit Wohlfühlklampfer Jack Johnson vergleichen wird. Und tatsächlich hat man bei Milow oft das Gefühl, dass seine tolle Stimme hier und da mal ein wenig räudiger klingen könnte. Mehr von Milow gibt’s nächste Woche bei uns – wir interviewten ihn in Berlin. Das Album läuft im simfy-Player. Hier noch eine Akustikversion seiner Single „You And Me In My Pocket“:


The Mountain Goats – „All Eternals Deck“ (Tomlab/Indigo)
Maik Brüggemeyer ließ sich das Rezensieren der neuen Platte der Mountain Goats nicht entgehen und kartographierte sie für uns: „Es gibt frühlingshafte Hormonausschüttungen, sonnenhelle Gitarren, herbstliche Melancholie und Winterdepression auf diesem Album, das ein bisschen klingt wie ein Best-Of mit neuen Songs. Vampire, Schlangen und Charles Bronson geistern durch die Stücke, die vom akustischen Schrammelfolk bis zum Erhabenen, Streicherseligen reichen, sogar ein unheimlicher Männerchor taucht auf.“ Vier Sterne gibt es dafür – aber mit weniger hatte man bei den Herren um John Darnielle nicht wirlich gerechnet. Hier noch mal der Auftritt bei Letterman vor einigen Wochen:

Stephan Sulke – „Enten hätt ich züchten sollen…“ (Glor/Warner)
Arne Willander ist bekanntlich großer Fan, und deshalb wird es in der Mai-Ausgabe noch einmal einen ausführlichen Artikel über Stephan Sulke geben, der hier sein 21. Studio-Album vorlegt – eine Mischung aus Altem im neuen Gewand und neuen Songs . Sulke dazu: „Ich mag ungerade Zahlen. Ich stand vor bald einem halben Jahrhundert zum ersten Mal mit der Gitarre auf einer Bühne und habe englische Lieder gesungen, nicht gerade besonders gute. Danach kam hier ein Lied und dort eines, ich war aber immer wieder verschwunden. Vor ungefähr 35 Jahren nahm ich dann wirklich Anlauf, gefolgt von wiederum noch längeren Pausen. Und diese durchgewürfelten Zahlen gaben mir die Idee, ein paar alte und jüngere meiner Lieblings-Songs in komplett neue Arrangegments zu kleiden, und diese mit ganz neuen nie in irgendeiner Form veröffentlichten Liedern zu mischen.“ Hier noch ein charmantes Interview aus jüngster Vergangenheit: