Neu im Plattenregal: Die Alben vom 03. Juni 2011


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Hier wieder ein Auswahl der Neuheiten in unserem simfy-Player (die Songs sind ca. zwei Wochen zu hören):

Arctic Monkeys – „Suck It And See“ (Domino/GoodToGo)
Die Review zum neuen Album der Herren um Alex Turner ist bereit online – außerdem tranken wir bereits eine Tasse Tee mit den Arctic Monkeys. Vier Songs laufen in unserem simfy-Player. Hier das aktuelle Video:


The Blood Arm – „Turn And Face Me“ (Snowhite/Universal)
Immerhin drei Sterne gibt es in unseren Rezensions-Quickies: „Das schöne Gemenge, mit dem The Blood Arm vor ein paar Jahren vorübergehend Amerikas beste britische Band wurden, befeuert auch das neue Werk des Quartetts aus L.A. Der Art-Pop von Franz Ferdinand (die damals kräftig lobten) mischt sich mit Joe-Jackson-Piano-Riffs und Westcoast-Punkpop – The Blood Arm gewinnen den Wettlauf mit den Stilen, weil sie unverschämt sind und viel Energie haben.“ Hier der Clip zur aktuellen Single, die auch im simfy-Player läuft:


Dakota Suite – „The Hearts Of Empty“ (Karaoke Kalk/Indigo)
Chris Hooson hat seine Melancholie schon wieder in Form eines Albums kanalisiert. Wenn wir richtig gezählt haben, dürfte es das mittlerweile zehnte sein. Mit David Buxton am Klavier versucht er sich auf „The Hearts Of Empty“ an schwerstmelancholischen Jazz-Instrumentals. Hier der neue Song „Easy Steps“:


Depeche Mode – „Remixes 2: 81-11“ (Mute/EMI)
Es soll ja auch Menschen geben, die dem Gesamtwerk von Depeche Mode eher kritisch gegenüberstehen. Oder einfach der Meinung sind, dass Gahan, Gore und Fletcher ihren Sound dermaßen verinnerlicht haben, dass sie nur noch selten überraschen. Die nun veröffentlichte zweite Remix-Compilation wäre genau das richtige für diese Krittler. Denn die Remixe von z. B. M83, Dan The Automator, Digitalism oder Röyksopp zeigen gerade dadurch, dass sie die Depeche Mode-Classics zerlegen, verpluckern oder zerdreschen, welch eine Kraft in diesen Songs steckt. Egal, ob man es dabei dreckig für den Dancefloor besorgt kriegt („Never Let Me Down“ im Digitalism-Remix) oder dunkles Liedgut in schnippende Popsongs transformiert („Fragile Tension“ im Peter, Bjorn & John-Remix). Ein sehr opulenter Release – selbst, wenn vieles darauf schon bekannt sein dürfte. Die komplette Kollektion läuft im simfy-Player. Hier der vielleicht beste Remix:


EMA – „Past Life Martyred Saints“ (Souterrain Transmission/Rough Trade)
Hinter den drei Großbuchstaben verbirgt sich Erika M. Anderson, die gut informierten Kreisen vielleicht von der Band Gowns bekannt sein dürfte. Wir stellten EMA bereits vor einigen Wochen als „Artist To Watch“ vor (hier der Artikel samt Albenstream) und waren wie alle Anwesenden schwer begeistert von ihrem Vorab-Gig im Berliner Berghain. Dabei macht sie es einem mit  „Past Life Martyred Saints“ nicht unbedingt leicht, da die Songs noch nicht so recht wissen, ob sie einem – und wenn ja welchem – Sound sie folgen wollen. So enthält ihr Album nach eigener Aussage: „das vom West Coast HipHop inspirierte ‚California‘, eine seltsame sixties-inspirierte Damaged-Girl-Ballade, eine trashige Dance-Nummer, ein Grunge-Demo und einen Country-Song. Ach ja – irgendjemand sagte mir, einer meiner Songs klänge, als wäre er in den Appalachen aufgenommen worden. Was immer das heißen mag…“ Man braucht also ein paar Hördurchläufe, um die erste Verwirrung zu überwinden – wenn das geschafft ist, weiß man hoffentlich, warum wir der Meinung sind, diese Künstlerin sollte man im Auge behalten. Hier der farbenfrohe Clip zu „Milkman“:


FM Belfast – „Don’t Want To Sleep“ (Morr/Indigo)
Es ist ein abgeschmackter Satz, aber bei FM Belfast trifft es zu: „Man muss die live gesehen haben.“ Das wird zumindest jeder unterschreiben, der sie im vergangenen Jahr auf dem Immergut Festival gesehen hat. Maik Brüggemeyer vergibt in „Freistil“ dennoch nurzweieinhalb Sterne und meint: „Eine leicht unterkühlte Indie-Version der Scissor Sisters. Elektro-Disco-Pop mit Bee-Gees-Harmonien. Ein bisschen zu niedlich vielleicht.“ Hier der Clip zur Single:


Nik Freitas – „Saturday Night Underwater“ (Affairs Of The Heart/Indigo)
Sie kennen Nik Freitas nicht? Dann fragen Sie mal Conor Oberst! Der wird Ihnen eine Jubelhymne auf den Herren singen. Die Review gibt’s bei uns online zu lesen. Hier eine schöne Amateuraufnahme des Titelsongs:


Fucked Up – „David Comes To Life“ (Matador/Beggars Group/Indigo)
„Don’t trust the fat guy!“ Das rät Sänger/Shouter Damian Abraham dem Publikum gelegentlich. Zum Beispiel auf dem Roskilde 2009 – kurz bevor er verbotenerweise von der Bühne in die Menge sprang. Bei ca. 120 Kilo Lebendgewicht sollte man da ein wenig aufpassen. Eine weitere nette Anekdote über die Band aus Toronto ist die Tatsache, dass sie in ihren Bühnenplan schreibt: „Bring the longest mic cable you can afford!“ Die braucht Abraham alias Pink Eyes auch, weil er wie kein anderer stets die komplette Location bespielt. Nachdem man Fucked Up vor gar nicht allzulanger Zeit im Vorprogramm von Arcade Fire sehen konnte, kommt nun ihr vor allem in Kanada und den USA heiß erwartetes neues Album. Musikalisch noch immer dicht am Hardcore werden Fucked Up von Album zu Album melodiöser, was eine wunderbare Spannung erzeugt, die vielleicht der Grund ist, warum sie auch in Indie-Rock-Kreisen goutiert werden. Die Songs laufen allesamt im simfy-Player. Hier eine schöne Kurzdokumentation zum neuen Album:


Paul Kalkbrenner – „Icke wieder“ (Paul Kalkbrenner Musik/Rough Trade)
Die Review gibt’s leider erst in der kommenden Ausgabe, dafür plauderte Paul Kalkbrenner allerdings schon mit uns über die schwere Arbeit an „Icke wieder“, den „Berlin Calling“-Ruhm und über seine sehr sympathische Lego-Leidenschaft. Hier kann man derweil ins Album reinlauschen:


K.I.Z. – „Urlaub fürs Gehirn“ (Royal Bunker/Vertigo/UDR/Universal)
Jürgen Ziemer vergibt in seiner Kolumne „Beats“ zweieinhalb Sterne und meint: „Vielleicht sollten K.I.Z. in Zukunft lieber Comedy machen. Die Jungs haben Talent fürs derbe Berlinern, ein paar schöne Punchlines fallen auch ab – doch vieles wirkt inzwischen wie eine HipHop-kompatible Version von Mario Barth und Cindy aus Marzahn. Leider ohne kickende Tracks wie auf dem Klassiker ‚Hahnenkampf‘.“ Das Album läuft im simfy-Player. Hier der Clip zum Titelsong:


The Middle East – „I Want That You Are Always Happy“ (Play It Again Sam/Rough Trade)
Die australische Band um die beiden Kreativköpfe Rohin Jones und Jordan Ireland hat sich mit der Wahl ihres Bandnamens in der heutigen Zeit keinen Gefallen getan. „The Middle East“ ist bei Google und Co. nämlich meist ein ungleich brisanteres Thema als die Mischung aus Folk und Pop, die uns hier kredenzt wird. Oder, wie die beiden unlängst sagten: „Das Album klingt wie ein großes langes Buffet, das sich aus ein und demselben Gericht speist.“ Wer melancholischen Westcoast-Pop, sonnigen Gute-Laune-Folk und bisweilen Lo-Fi-Geschrammel mag, der wird bei The Middle East sicher satt. Hier gibt’s drei Songs aus dem Album:


My Morning Jacket – „Circuital“ (Cooperative Music/Universal)
Torsten Groß ist voll des Lobes und vergibt in unserer Rezension satte vier Sterne. Im Interview mit unseren US-Kollegen erklärte uns Sänger Jim James derweil, was die Muppet Show und Death Metal mit dem Album zu tun hat. Hier eine wundervolle Live-Aufnahme des wundervollen neuen Songs „Wonderful (The Way I Feel)“:


O’Death – „Outside“ (City Slang/Universal)
Auch diese Review gibt’s bereits online. Hier der Clip zur Single „Bugs“:


Ra Ra Riot – „The Orchard“ (Brine & Barnacles/Rough Trade)
Die Band aus Syracuse, New York gilt nach wie vor als Geheimtipp unter Melodiesüchtigen. Die versammelten sich kürzlich beim Immergut in Neustrelitz, wo Ra Ra Riot das Zelt bespielten. Die Review gibt’s leider erst in der kommenden Ausgabe. Hier schon mal der Clip zu „Boy“:


Toy Horses – „Toy Horses“ (Kanoon/Neo/Sony Music International/Sony Music)
Sohnemann und (Stief-)-Papa machen Musik, lieben Britpop und die 60er und treffen sich sozusagen in der Mitte. Auch hier müssen wir in Sachen Review leider auf die kommende Ausgabe vertrösten. Oder aber der Online-Redakteur schwatzt der Kollegin schon in der nächsten Woche die Review ab. Hier schon mal der Clip zu „And It Was You“:


Frank Turner – „England Keep My Bones“ (Epitaph Europe/Indigo)
Der britische Ex-Punk, Springsteen-Jünger und Billy Bragg-Schüler war schon oft Thema auf dieser Website. Zuletzt präsentierten wir einen Kurzfilm über Frank Turner – am Montag gibt es dann ein Interview mit dem Herren. Musikalisch bewegt sich Turner seit Jahren zwischen den genannten Einflüssen und überzeugte vor allem mit seinen Live-Solo-Shows. Auf „England Keep My Bones“ seziert er mal folkig, mal punkig, mal sprinsteenesk sein Leben, sein Verhältnis zur Heimat und seine zahlreichen Liebschaften – eine davon: der Punkrock. Hier der Clip zur Vorabsingle „I Still Believe“:


Tom Vek – „Leisure Seizure“ (Cooperative Music/Universal)
Aus der Reihe „Musizierende Kassengestellbrillenträger“: Tom Vek galt als einer dieser Myspace-Gewinnler, die ja nun ebenso Geschichte sind wie Myspace selbst. Tom Veks Zweitling klingt mächtig aus der Zeit gefallen bzw. wie Kraut und Rüben mit Laptop dran. Auch und vor allem Veks oft blasiert näselnde Stimme hilft der Sache nicht weiter. Hier der immerhin amüsante Clip zur Single: