Neu im Plattenregal: Die Alben vom 22. Juli 2011


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Hier wieder eine Auswahl der neuen Alben im simfy-Stream (die Songs sind ca. zwei Wochen hörbar):

Book Of Knots – „Garden Of Fainting Stars“ (Ipecac/Soulfood)
Ein Release auf Mike Pattons Ipecac-Label ist ja immer spannend – ob hörbar, ist dann meist die andere Frage. Matthias Bossi, Joel Hamilton, Carla Kihlstedt und Tony Maimone alias Book Of Knots – hochgeschätzt von Kollegen wie Tom Waits und Blixa Bargeld – schließen mit „Garden Of Fainting Stars“ ihre Albentrilogie „By Sea, By Air, By Land“ ab und begeben sich thematisch auf die Spuren der Weltallreisenden. Düstere, grollende aber bisweilen wunderschöne Artrock-Exkursionen sind das, die bombastischen Progrock ebenso streifen wie die Echos intimer Kammermusikklänge. Mike Patton himself war natürlich auch hier und da dran beteiligt. Zum Beispiel bei diesem Song:

Daan – „Manhay“ (Heart Of Berlin/UDP/Universal)
Das Platin-Album aus Belgien erscheint nun auch hierzulande. Es ist das bereits fünfte von Daan Stuyven, dessen dunkles Timbre man noch von seiner Band Dead Man Ray kennt, die er Anfang der 90er gemeinsam mit dEUS-Gitarrist Rudy Trouvé betrieb, aber bereits vor gut zehn Jahren wieder auflöste. Das sperrig-schöne, mal hochmelodisch mal etwas windschiefe Flair von Dead Man Ray findet sich in diesen Songs nur noch selten, dennoch hat Daan seinen smarten Pop hier auf eine Weise perfektioniert, die noch immer knapp am Mainstream vorbeischielt.

Guillemots – „Walk The River“ (Wrasse/EMI)
Seufz. Die Guillemots. Was hat mir dessen Sänger Fyve Dangerfield im letzten Jahr das Leben versüßt mit seinem wunderbaren Popalbum „Fly Yellow Moon“. Als ich ihn auf dem Haldern Pop traf in jenem Jahr sprach er jedoch bereits schon wieder vom dritten Guillemots-Album. „Es ist schwer, mich auf meine ruhigen Solosongs zu konzentrieren. Für ‚Walk The River‘ bin ich gerade dabei, meine Band in die Sphären des Space-Rocks zu schießen.“ Nun liegt besagtes Album also vor, und man darf sofort eine Entwarnung aussprechen. Zwar schweben die Keyboards in „I Don’t Feel Amazing Now“ durch einen Sternennebel und auch der Mond wird besungen, dennoch hat man es bei einem Großteil der Songs mit Pop reinsten Wassers zu tun. „I Must Be A Lover“ und der dann doch mal eher sperrige Neunminüter „Sometimes I Remember Wrong“ sind dabei die klaren Highlights. Und am Ende muss es dann wieder raus – dieses laute: Seufz.

Little Dragon – „Ritual Union“ (Peacefrog/Rough Trade)
Zum neuen Album der Schweden hat bereits Kollege Christoph Dorner alles gesagt in seiner Rezension – und vier Sterne vergeben. Hier eine Live-Aufnahme des Titeltracks vom diesjährigen Glastonbury:

Miss Li – „Beats & Bruises“ (Devil Duck/Indigo)
Auch hier findet sich die Review bereits online. Das komplette Album gibt’s leider nicht Stream, aber immerhin die beiden Singles. Und zwar hier:

Joss Stone – „LP1“ (Stone’d/Neo/Sony)
Joss Stone ist zwar gerade auch wegen ihrer Arbeit mit Mick Jagger und Konsorten bei SuperHeavy in aller Munde hat aber just auch ihr neues Album „LP1“ veröffentlicht. Hier gibt’s die Review und hier ein Making of des Albums:

Wolf Gang – „Suego Faults“ (Warner)
Den jungen Herren Max McElligott alias Wolf Gang bitte nicht in einen Topf werfen mit Tyler, the Creator und der Odd Future Wolf Gang Kill Them All. Statt Teenage-Aggro-Angst-Rap gibt es  bei Wolf Gang nämlich elektronisch aufgebrutzelten, melancholischen Pop – passendweise produziert vom Flaming Lips-Hausproduzent David Fridmann. Die liebe zu den späten Flaming Lips hört man Wolf Gang hier und da noch an, ebenso die Artverwandtschaft zu jenen Acts, die er auf Tour begleitet hat: Metric, The Naked And Famous und die Schweden Miike Snow. Bisweilen ein wenig zu glatt und cheesy geraten („The King And All Of His Men“) ist „Suego Faults“ unterm Strich ein Debüt, das neugierig macht und kommerziell funktionieren könnte.

The Zombies – „Breathe Out, Breathe In“ (Ear Music/Edel)
Colin Blunstone und Keyboarder Rod Argent sind Vollzeit auf diesem Album dabei, Chris White war Co-Autor bei einigen Songs – so sieht sie aus, die Bilanz der originalen Bandmitglieder der Zombies, die sich hier noch einmal für zehn Songs zusammengefunden haben. Bereits im Mai in England erschienen, kommt „Breathe Out, Breathe In“ nun auch in Deutschland in den Handel. Die BBC meinte „‚Breathe Out, Breathe In‘ is a very respectable piece of work, but the main thought it provokes is that it is a puzzling and almost painfully self-conscious attempt to put distance between The Zombies and the minor-chord moodiness that made their reputation.“ Das trifft die Sache ganz gut.