Neu im Plattenregal: Die Alben vom 22. Juni 2012


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In unserem beliebten Überblick der Alben der Woche reisen wir weiterhin durch die Plattenläden des Landes. Heute empfehlen wir einen Besuch im Rock Store am Grendplatz 7 in 45276 Essen-Steele. Weitere Infos gibt es hier.

Glenn Frey – After Hours (Universal Republic)
Folgende Klischees sind für Max Gösche für diese Rezension unerlässlich: „ein Gesicht wie ein Amboss, eine Stimme aus Gold, die Streicher schluchzen, das Piano perlt, das Schlagzeug klingt wie das Rascheln von Bettdecken, Brillanz in Samt, ein guter Jahrgang, edel-patinierter Sound.“ Hier gibt es weitere Ausführungen dazu.

Future Of The Left – The Plot Against Common Sense (Xtramile/Kartel/Soulfood)
Die Band um die beiden Ex-Mclusky-Mitglieder Andy Falkous und Jack Egglestone ist auf ihrem dritten Album tight wie immer. Man verzeihe die abgeschmackte Adjektivwahl, aber diese oft nicht länger als drei Minuten währenden Bastarde aus Punk, Hardcore und manchmal aufhellenden, fast poppigen Momenten muss man einfach „tight“ nennen. Hoppla, schon wieder passiert. Macht aber nichts. Wer den Reiz von „To Hell With Good Intention“ aus der Mclusky-Zeit erkannt hat, wird bei bissigen, knarzigen Songs wie „Sheena Is A T-shirt Salesman“ und „Sorry Dad, I Was Late For The Riots“ ebenso seelig.
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>>>> Video zu „I Am The Least Of Your Problems“

Joe Jackson – The Duke (Ear Music/Edel)
„Circa 30 Jahre später lädt Jackson für sein Album „The Duke“ ein Dutzend befreundete Musiker in mindestens drei Studios auf zwei Kontinenten ein, um mit ihnen Stücke des großen Big-Band-Leaders und Komponisten Duke Ellington aufzunehmen und gibt die musikalische Order aus, sich so weit wie möglich vom Original zu entfernen. Das Ergebnis kann man demgemäß als buntes, multikulturelles Konglomerat bezeichnen, das die Natürlichkeit von Mischpulten und Dolby-Surround-Anlagen atmet.“ Weitere Ausführungen, finden Sie hier.
>>>> Joe Jackson spricht über The Duke

King Cannons – The Brightest Light (Capitol/EMI)
Im Geiste sieht man die zum Kampf gereckten Fäuste, wenn die königlichen Kanonen in Stellung gebracht werden, John Mellencamp die Mündung reinigt und Bruce Springsteen höchst selbst die Lunte ansteckt – so in etwa klingt dieses mitreißende, niemals zu pathetische Debüt. (Max Gösche & Jörn Schlüter)
>>>> Video zu „Take The Rock
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Linkin Park – Living Things (Warner Bros./Warner )
Mit „Living Things“ sollte, nach Aussage der Band, wieder der Weg zu den Wurzeln eingeschlagen werden. Was möglicherweise mit dem, für Linkin Park-Verhältnisse, nur mäßigen Erfolg des Vorgängers „A Thousands Suns“ zusammenhängen könnte. Doch drängen sich diese „back tot he roots“-Vorsätze beim Hören nicht unbedingt auf. So bleibt „Burn It Down“, die erste Single des fünften Langspielers und vom ZDF auserkorene EM-Hymne, beispielsweise verdächtig gradlinig auf Kurs der letzten Auskopplung „Burning In The Skies“. Ob die eingeschworene Fangemeinde trotzdem überzeugt sein wird, bleibt wohl abzuwarten.
>>>> Video zu „Burn It Down“
>>>> Album Prelistening

Maroon 5 – Overexposed (Octone/A&M/UID/Universal)
Adam Levine ist wieder gut im Rennen: War der Chartglanz der Maroon 5-Hits „She Will Be Loved“ und „Makes Me Wonder“ schon eine Weile verblasst, wurde er dank seiner Jury-Teilnahme in der US-Show „The Voice“ durch seine Käbbelleien mit Christina Aguilera wieder zum Superstar in Amiland. Da stehen die Sterne gut für ein neues Album seiner Band. „Overexposed“ ist das „abwechslungsreichste und poppigste Album“, dass sie je gemacht haben, verrieten Maroon 5 den US-Kollegen. Und das stimmt auch so. Leider macht das die Sache nicht gut. Schon der Opener „One More Night“ gibt die Richtung vor: Der Song ist übelster Mainstream-Schmock, der klingt als hätte Flo Rida und Sean Paul gemeinsam bei einer Joint einen Ficksong für die Ladies geschrieben. Klingthart, ist aber so. Bei „Payphone“ wird es dann noch schlimmer: Autotune-Genöle und Wiz Khalifa als nölenden Gast. „Daylight“ ist dann die Nummer zur Ehrenrettung – und eine Radioballade, die man ertragen kann,bevor „Lucky Strike“ dann wieder auf die Dorfdiscodancefloors führt.
>>>> Clip zu „Overexposed“

Metric – Synthetica (PIAS/Rough Trade)
Nach dem unwahrscheinlichen Erfolg ihres letzten Albums haben die Kanadier mit der sympathischen Do-It-Yourself-Attitüde ein weiteres Monster aus wabernden Synthies und sägenden Gitarren irgendwo zwischen Phoenix, Peaches und Marina & The Diamonds geschaffen. (Max Gösche & Jörn Schlüter)
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The Offspring – Days Go By (Columbia/Sony Music)
„Das neunte Album, „Days Go By“, ist wie das davor und das davor und das davor, so ist das in dieser Diskografie“, weshalb Jörn Schlüter für das neue The Offspring-Werk auch nur zwei Sterne übrig hat.
>>>> The Offspring „Cruising California“

The See See – Fountayne Mountain (Dellorso/Indigo)
Im Gegensatz zum Debütalbum „Late Morning Light“ wurde „auf „Fountayne Mountain“ nun dynamischer produziert und differenzierter psychedelisiert.“ Hier gibt es die ganze Review von Wolfgang Doebeling.
>>>> Video zu „Gold and Honey“

Silver Jews – Early Times (Drag City/Rough Trade)
Natürlich ein postumer Release, denn die Silver Jesus sind ja leider Gottes nicht mehr. Auf „Early Times“ gibt es genau das: Musik aus den frühen Jahren von David Berman, Pavements Stephen Malkmus und Bob Nastanovich, genauer von der 7″ „Dime Map Of The Reef“ und der 12″ „The Arizona Record“. 14 Songs sind es insgesamt. Danke Drag City, für diesen Nachtrag zur Diskografie!

The Smashing Pumpkins – Oceania (Virgin/EMI)
Mit „Teargarden By Kaleidyscope“ wollte Billy Corgan das Album als Konzept hinter sich lassen. 44 Songs sollten nach und nach online in kleine Pakete verschnürt erscheinen, sich am Ende zu einem großen Songszyklus zusammenfinden. Nun gibt es aber doch ein neues The Smashing Pumpkins-Album, oder ein neues Billy Corgan plus neubesetzte Band-Album oder auch das „Album im Album“, wie er es selbst nannte. Verwirrend? Sicher. Aber auch mehr als Zeit: Denn mit „Oceania“ machen The Smashin Pumpkins wieder vieles gut, was durch das allseits eher unverstandene und unbeachtete „Teargarden By Kaleidyscope“ stückweise zerbröckelt ist. „Oceania“ braust auf, zerbirst, quitscht, zerrt und lässt in Tracks wie „The Celestials“ oder auch mal verträumte, ja fast hymnische Momente zu.
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The Soundtrack Of Our Lives – Throw It To The Universe (Haldern Pop/Rough Trade)
„Allein aus kategoriellen Gründen kann man Böses über das Album eigentlich nicht sagen. Innerhalb seines historischen Rahmens ist es ein hübsch melodisches und stimmiges Werk – aber eben drum auch rundum uninteressant.“ Wie Markus Schneider zu diesem Fazit kommt, erklärt er hier.
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