Niemczyks Doppelsechs

Niemczyks Doppelsechs: Bayern gegen Dortmund – Entscheidung im Frühherbst

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Niemczyks Doppelsechs: Bayern gegen Dortmund – Entscheidung im Frühherbst

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„Wird Bayern am Sonntag Meister?“ fragt forsch auf der Titelseite die Print-Ausgabe des Fachmagazins „Kicker“. „Bei einem Sieg des FCB droht wieder Langeweile.“ Gut gebrüllt, fränkischer Löwe. Bereits am achten Spieltag den Champion zu küren, das hat was. Eine plakative Zuspitzung der Tabellensituation, in der die Roten aus der Arroganz-Arena in bisher gespielten 630 Minuten (plus Nachspielzeit) gerade mal drei (!!) Tore kassiert haben. Allein Ober-Knipser Robert Lewandowski wiederum hat – Wettbewerbs-übergreifend – in zehn Spielen (Liga, Pokal, Champions League) 14 Tore erzielt. Davon gleich fünf gegen den Autokonzernverein aus dem Zonenrandgebiet, in knapp zehn Minuten. „Dominant“ nennt das nüchtern die „Süddeutsche Zeitung“.

Gleichzeitig schwächelt der so dynamisch gestartete schwarz-gelbe Rivale ausgerechnet JETZT. Das gestrige Eins zu Eins des BVB bei den wilden Griechen aus Thessaloniki trägt nichts Wesentliches zur Lage bei. Außer: Die sind gerade nicht so gut drauf wie ganz am Anfang der noch jungen Tuchel-Ära. Selbst die Darmstädter Rustikalkicker vom „Bölle“ konnten zuletzt in der Bundesliga die Räume soweit zustellen, dass die Tormaschine immer wieder gegen die Wand lief. „Noch in der Findungsphase“ nennen die Sportseiten-Kollegen das dann. Bei den Bayern zur Wiesn-Zeit dagegen könnte es gar nicht besser laufen. Rausch-Fussball, bei dem zurzeit keinerlei Überhitzung abzusehen ist. Sollte dann doch mal jemand verletzt sein, meldet sich eine längst vergessene 40-Millionen-Kraft wieder zurück aus der Reha. Allein mit der Ersatzbank würden die Bayern wohl um den Titel mitspielen. Dagegen kann kein Club in Deutschland anstinken. Auch wenn es etwa bei Schalke – ebenfalls Sonntagsspiel gegen den FC – zur Abwechslung gerade mal ganz gut läuft. Allerdings sind die mit Vier zu Null besiegten Tripolis-Helenen jetzt auch kein Überverein von europäischem Spitzenformat.

Es bleibt dabei: Das Bayern-Dortmund-Duell (Sonntag, 17:30 Uhr) setzt in jeder Hinsicht, die, äh, „Duftmarke“ der weiteren Spielzeit. Und obwohl man taumelnde Boxer niemals unterschätzen sollte, um ein weiteres beliebtes Klischee-Bild zu bemühen, werden die Dortmunder in Fröttmaning keine Chance haben. Die Abwehr um Kollegen-Abmotzer Hummels stand zuletzt nicht so sicher, dass man den Doppeltornado Müller/Lewandoski wird bremsen können. Vielleicht schießt der BVB ein schnelles Führungstor. Wie Wolfsburg, haha.

Das Endergebnis ist bekannt. Von daher: Vier zu Eins für Rot.

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