Niemczyks Doppelsechs: Von Dynamo Dresden bis 1. FC Magdeburg – Was geht in der 3. Liga?

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Niemczyks Doppelsechs: Von Dynamo Dresden bis 1. FC Magdeburg – Was geht in der 3. Liga?

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Dynamo Dresden, 1. FC Magdeburg, Erzbgebirge Aue. Nach fünf Spieltagen liest sich die Momentaufnahme der ersten drei Tabellenplätze in der 3. Bundesliga wie ein Blick auf die DDR-Oberliga 1974. Oder wars 1983? Hat es diese Konstellation einst wirklich einmal gegeben? Statistikfüchse werden das längst überprüft haben. Zumal auf der Sechs der Chemnitzer FC (Sprich: Karl-Marx-Stadt) und auf Acht Hansa Rostock folgt.

Nicht nur die Sport-Bild macht sich Sorgen über den „Dino der Dritten Liga“ – schließlich liegt Rot Weiß Erfurt als Gründungsmitglied der Unterklasse hinter dem Halleschen FC auf dem vorletzten Platz. Stasi-Boss Erich Mielke hätte sicher seine Freunde daran. Mal abgesehen davon, dass sein Verein der BFC Dynamo Berlin im Friedrich-Jahn-Sportpark seine Spiele noch eine Etage weiter drunter in der Regionalliga Nordost austrägt – vor einem zuweilen sehr speziellen Publikum. Mit durchaus herbem Charme.

Wieder goldene Zeiten?

Insgesamt acht Ost-Teams sind vertreten, was zu einigen emotionsgeladenen Regionalbahn-Derbys führt, wie etwa das viel bejubelte 2:1 von Magdeburg gegen Halle. Live übertragen vom MDR, was dann am Samstagmittag im Fernsehen ausschaut wie echter Fußball. Mit lauten, gut gefüllten Rängen und einem spröden, durchaus eigenen Stil der Berichterstattung: Ein bisschen wie Ernst Huberty 3.0 des Ostens. Steigt man tiefer in die Materie ein oder spricht mit Kennern der alten und neuen Verhältnisse, wird nicht nur die Abwesenheit des ruhmreichen FC Carl-Zeiss Jena bedauert, sondern eben auch auf das Geschick verwiesen, vergleichwenig mit wenig Geld einen guten Kick hinzulegen. Besonders der aktuelle Höhenflug des 1. FC Magdeburg, der ja lange vor der kompletten Pleite stand, in der neuen MDCC-Arena, lässt schüchterne Hoffnungen auf die Goldenen Zeiten im ehemaligen Enst-Grube-Stadion aufkeimen. Remember Manfred Zapf, Jürgen Sparwasser oder Jürgen Pomerenke vom Europapokal-Legenden-Team 1974!

Die Mär vom „ehrlichen Fußball“ mag romantischer Quatsch sein, hier meint man ihn zumindest zu spüren. Zumal das hochgejazzte Gegenmodell aus Leipzig auf absehbare Sphären schweben wird. Auch wenn sich die Fachpresse einig ist, dass die Mannschaft mit den bösen Fans und der Kogge im Wappen („Was wird nun aus Rostock?“ – Sport-Bild) eher nicht Richtung Bundesliga abheben wird, so wäre es dennoch einem bis zwei „Oberliga-Ost“-Teams zu wünschen, so eine Nummer hinzulegen wie die Jungs vom Böllenfalltor. Würde die Landkarte der Auswärtsfahrten durchaus bereichern. Auch wenn das die Bereitschaftspolizei ein klein wenig anders sehen mag. Wobei wir beim gelb-schwarzen Mob von Dynamo Dresden wären. Was aber eine ganz andere Geschichte ist.

 

 

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