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Olympia 2014: Wer ist beim Sotschi-Theater das Kasperle?

Sotschi, du machst es uns nicht leicht. Und ich spreche jetzt nicht von den politischen Gewissensbissen, die man hat, wenn man diese Olympischen Spiele schaut, sondern von den logistischen Problemen: Steht man morgens extra früh auf, wurde der Ski-Alpin-Start bestimmt vorverlegt, damit der Schnee nicht schmilzt. Und wenn man als gewöhnlicher Arbeitnehmer nach Hause kommt, ist schon fast alles vorbei. Trotzdem hat man natürlich noch genug Gelegenheit, sich zu freuen oder zu ärgern. Wenn Sotschi ein Kaspertheater wäre, dann könnte man die Figuren wunderbar besetzen:

DAS LUSTIGE KASPERLE

Marinus Kraus, Andreas Wellinger, Andreas Wank und Severin Freund: Wer hätte noch einen Pfifferling auf diese Typen gegeben? Während man von den schönen Zeiten mit Sven Hannawald träumte und froh war, dass Martin Schmitt endlich in Rente ist, sprangen diese vier Typen im Team-Wettbewerb einfach mal den Österreichern davon – und holten Gold. Eine Medaille fürs größte Grinsen gibt‘s leider nicht, sonst hätte sie Marinus Kraus bestimmt bekommen. Wie ein berauschtes Kasperle blendete er mit seiner Zahnleiste jede Kamera – bis auch der letzte Zuschauer mitlächeln musste.

DIE VERLÄSSLICHEN WACHTMEISTER

Wenn doch nur alle so moderieren würden wie diese beiden, denen auch eisigste Winde nichts anhaben können: An der Schanze fiel Matthias Opdenhövel zwar durch eine gewagte Bommelmütze auf, seine Kommentare waren aber einwandfrei – assistiert von Ex-Profi Dieter Thoma, dessen Euphorie nach dem Sieg des Skispring-Teams ansteckend war. Vorherige Ergebnisse, Wetterbedingungen, Analysen – das sei doch gerade alles wurscht, stellte er fest, jetzt werde gefeiert. Ein Experte, der mal kein Automat oder Phrasendrescher ist, sondern wie ein Mensch spricht – herrlich!

DAS PUTZIGE PRINZENPAAR

Die Namen gehen einem noch nicht leicht von den Lippen, und am Ende sind sie auch nur Elfte geworden. Schon klar, dass sie gegen die Perfektionisten Maryl Davis und Charlie White keine Chance hatten. Aber wie niedlich die Kür des Eistänzer-Paars Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi war! Er trat als verhuschter Bücherwurm auf, mit Ärmelschonern, Pullunder und Brille, der seine Liebste umgarnte wie ein etwas geschickterer Pierre Richard.  Mir egal, ob sie sich bei den „Twizzles“ nicht so schnell drehen können wie andere – solche Details interessieren nur Profi-Klugscheißer wie Katarina Witt.



Die besten Soundtracks aller Zeiten: „Suspiria“ von Goblin

Der Film „Suspiria“ (1977) ist neben „Rosso - die Farbe des Todes“ (Profondo Rosso ) der Höhepunkt im Werk von Dario Argento, der das von Mario Bava („Blutige Seide“) begründete Giallo-Kino in eine ästhetisch noch einmal wesentlich anspruchsvollere Dimension überführte. Mit klug zusammengemischten Elementen des Gothic-Horror, Schauereffekten aus der Hammer-Schule, überraschend wenig Blut und einer großen Portion okkultem Firlefanz gelang dem italienischen Regisseur ein abgründiger Schocker, der vor allem auch wegen seiner herausragenden Farbdramaturgie auf ewig in den Listen der besten Horrorfilmen auftauchen wird. Nachträglich zum ersten Teil einer „Mutter-Trilogie“ erhoben, deren Fortsetzungen „Inferno“ (Horror Infernal) und „Die dritte Mutter“…
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