Panel 2019: Drangsal votet mit


Mit seinen Alben „Harieschaim“ (2016) und „Zores“ (2018) wurde Max Gruber alias Drangsal zu einer der schönsten Überraschungen, die uns die deutsche Popmusik in den vergangenen Jahren gemacht hat. Der Sänger, Gitarrist und Songschreiber aus dem pfälzischen Örtchen Kandel verschmelzt New Wave, Post-Punk und Goth-Pop zu hymnischen, nie pathetischen Meisterstücken wie „Allan Align“ und „Magst du mich (Oder magst du nur noch dein altes Bild von mir)“. Diese Songs stehen in der Tradition britischer Vorbilder von The Smiths bis zu Prefab Sprout, belehnen die große Ära von New Romantics und Sophisti-Pop.

Dass Drangsal trotz zahlreicher 80er-Jahre-Anleihen nicht nach hohlen Retro-Posen klingt, ist Grubers untrüglichem Gespür für Sounds und Sprache geschuldet. Ohne Berührungsängste singt er mal auf Deutsch, mal auf Englisch, mischt Gitarrenmuster im Stil eines Johnny Marr mit Riffs, auf die sogar Marilyn Manson stolz wäre. In seinem Mut zu melodieverliebten Hooklines spiegelt sich auch ein Gegenentwurf zu testosteronüberladenen Rock-Klischees. Zu seinem Künstlernamen inspirierte Gruber, der nach einer Zwischenstation in Leipzig inzwischen in Berlin wohnt, ein Bestattungsinstitut. 2016 gewann er beim Preis für Popkultur in der Kategorie „Hoffnungsvollster Newcomer“, 2017 moderierte er auf Flux FM die Radiosendung „Praxis Dr. Angsal“. Er nahm Songs mit Casper und Leslie Clio auf und steuerte zu Tokio Hotels Single „Boy Don‘t Cry“ einen famosen Remix bei. Man darf gespannt sein, was dieser Genre-Grenzen ignorierende, nicht nur von der Kritik geliebte Künstler als nächstes aus dem Ärmel schüttelt.


Florence And The Machine

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