„Wir werden ihn vermissen“: Paul McCartneys Tribut an David Hockney

Paul McCartney gedenkt seines verstorbenen Freundes David Hockney mit ergreifenden Worten. Ein intimer Einblick in die Freundschaft zweier Künstler-Legenden und Hockneys Vermächtnis.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Nach dem Tod des britischen Großkünstlers David Hockney hat Paul McCartney seinem langjährigen Kumpel mit ehrlichen Worten gedacht. Der ehemalige Beatle würdigte den Maler, der am Wochenende kurz vor seinem 89. Geburtstag verstarb, als „unglaublichen Künstler“, dessen Werk und Wirkung ihn über Jahrzehnte begleitet hätten.

Hockney war am 11. Juni in seinem Haus in London gestorben. Der aus Bradford stammende Künstler galt als eine der prägenden Figuren der UK-Kunstszene des 20. Jahrhunderts.

Mit Werken wie „A Bigger Splash“ oder „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ schrieb er Kunstgeschichte und beeinflusste „les beaux-arts“ weit über Großbritannien hinaus.

McCartney erinnert an einen lebensfrohen Freund

Auf Instagram veröffentlichte McCartney ein gemeinsames Foto und erinnerte an eine Freundschaft, die bis zu den Anfängen der Beatles in Liverpool und Hamburg in den frühen 1960er-Jahren zurückreicht.

Hockney sei „klug, witzig und ein wunderbarer Mensch“ gewesen, schrieb der Ur-Beatle. Hockneys farbenfroh-figürliche Gemälde hätten stets Lebensfreude ausgestrahlt.

Persönliche Begegnungen in Atelier und Alltag

Macca schilderte auch persönliche Begegnungen, von Besuchen in dessen Londoner Atelier bis hin zu gemeinsamen Plaudereien in Kalifornien.

Besonders beeindruckt habe ihn Hockneys unermüdliche Neugier auf neue Ausdrucksformen. Ob Malerei, Zeichnung, Film oder digitale Arbeiten auf dem iPad: Als Sohn eines pazifistischen Buchhalters und einer streng gläubigen Mutter habe er sich stets auf neue Technologien eingelassen und diese meisterhaft genutzt.

Eigenwilliger Charakter mit trockenem Humor

Zugleich erinnerte er an Hockneys eigenwilligen Charakter. Mit einem Augenzwinkern berichtete er von einer gemeinsamen Zugreise nach Bridlington in Yorkshire, bei der Hockney seine Gäste in einem „mit Rauch verqualmten Auto“ vom Bahnhof abgeholt habe.

Instagram Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Der Künstler sei ein überzeugter Verfechter individueller Freiheiten gewesen und habe seine Ansichten stets mit trockenem Humor vertreten.

„Wir werden seine außergewöhnliche Persönlichkeit, seinen lakonischen Witz und seine klugen Gedanken darüber vermissen, wie man die Welt betrachtet“, schrieb McCartney abschließend. „Ruhe in Frieden, David. Wir lieben dich.“

Weitere Stimmen des Abschieds

Auch andere Weggefährten nahmen Abschied. Musiker und TV-Moderator Jools Holland erinnerte an Hockneys Leidenschaft für Landschaftsmalerei und zitierte dessen pointierte Antwort auf Kritiker, die dieses Genre für überholt hielten: „Landschaften sind Natur – und Natur stirbt verdammt noch mal nicht so schnell.“

Die Bedeutung Hockneys reichte auch sonst über die Bildenden Künste hinaus. Als Grußnote bei seinem Konzert im Londoner Wembley-Stadion kondolierte auch Harry Styles. Auf den Video-Screens erschien ein Zitat Hockneys, das sein kreatives Selbstverständnis auf den Punkt brachte:

„Man ist kein Künstler, ohne den dringenden Wunsch, eine Erfahrung oder einen Gedanken zu teilen.“

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

Warum denkt Campino, dass es manchmal gut ist, einfach mal den Mund zu halten? Antwort liefert er in unserer Titelgeschichte zum großen Abschied der Toten Hosen. Dem Heft liegt weltexklusiv die 7-Inch-Single „Immer nur geliebt“ bei. Die ROLLING-STONE-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.