Apollonia „sehr zufrieden“ nach Einigung im Markenstreit mit dem Prince-Nachlass
„Apollonia ist sehr froh, dass die Parteien das Erbe von Prince und sein musikalisches Genie weiterhin ehren können“, sagt Anwalt Daniel Cislo gegenüber ROLLING STONE.
Apollonia hat sich außergerichtlich mit dem Prince-Nachlass geeinigt und damit ihren Rechtsstreit beendet. Sie hatte eine gerichtliche Bestätigung ihres Rechts angestrebt, den Namen zu führen, den Prince ihr gab, als sie in dem legendären Film „Purple Rain“ von 1984 seine Geliebte spielte.
Die Parteien reichten am Mittwoch gemeinsam einen Antrag auf Klagerücknahme ein und lehnten es ab, über die Bedingungen der Einigung zu sprechen – lediglich einigten sie sich darauf, dass jede Seite ihre eigenen Anwalts- und Verfahrenskosten trägt.
„Wir freuen uns mitteilen zu können, dass der Fall beigelegt wurde und unsere Mandantin Apollonia sehr zufrieden mit dem Ergebnis ist“, erklärt Anwalt Daniel M. Cislo in einem Statement gegenüber ROLLING STONE. „Apollonia ist sehr froh, dass die Parteien das Erbe von Prince und sein musikalisches Genie weiterhin ehren können. In einer Zeit voller Konflikte ist es sehr schön zu sehen, wie Menschen zusammenkommen, um ihren Streit beizulegen.“
Klage wegen Namensdiebstahls
Apollonia, deren bürgerlicher Name Patricia Kotero lautet, hatte in ihrer Klage vom August behauptet, Vertreter des Nachlasses versuchten, ihr ihren Namen „zu stehlen“. Sie erklärte, es sei „höchstwahrscheinlich“, dass der Nachlass sie wegen Markenverletzung verklagen würde, sofern sie keine gerichtliche Feststellung ihrer Rechte an dem Namen und den damit verbundenen Marken erwirke.
In ihren Schriftsätzen führte Kotero aus, Prince habe zu Lebzeiten nie versucht, den Namen markenrechtlich schützen zu lassen – er starb im April 2016 im Alter von 57 Jahren an einer versehentlichen Fentanyl-Überdosis. Sie argumentierte, es sei daher unzulässig, dass der Nachlass die Apollonia-Marke im vergangenen Juni übernommen und in einem Verfahren vor dem U.S. Patent and Trademark Office die Löschung ihrer anderen Eintragungen und Anmeldungen beantragt habe.
In einem auf dem offiziellen Prince-Instagram-Account veröffentlichten Statement erklärte der Nachlass, er sei verpflichtet, „das Vermögen und das Erbe von Prince zu schützen und zu bewahren“, und bekundete gleichzeitig den Wunsch, einvernehmlich mit Kotero zusammenzuarbeiten. Der Nachlass gab an, mehrfach versucht zu haben, den Streit auf privatem Wege beizulegen, und ihr Auftrittsmöglichkeiten in Paisley Park angeboten zu haben.
Einigung kurz vor Anhörung
Anwälte des Nachlasses reagierten am Donnerstag zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Die vertrauliche Einigung kam zwei Tage vor einer geplanten Anhörung über den Antrag des Nachlasses auf Klageabweisung.
In einem Schriftsatz vom Januar teilte Kotero dem Gericht mit, Prince wäre von dem „unwürdigen Verhalten“ des Nachlasses „entsetzt“. Sie behauptete, Prince habe sie bei einem persönlichen Treffen nach seinem Konzert „Piano & a Microphone“ in Oakland, Kalifornien, im Februar 2016 – zwei Monate vor seinem Tod – ausdrücklich dazu ermutigt, den Namen Apollonia weiter zu verwenden und unter ihm aufzutreten.
„Die Wahrheit ist, dass nichts von diesem Rechtsstreit eingetreten wäre, wenn Prince noch am Leben wäre“, schrieb sie in ihrer eidesstattlichen Erklärung und fügte hinzu, sie befürchte, dass der Verlust des Namens ihrer Identität und ihrer Lebensgrundlage schaden würde.
Gegenargumente des Nachlasses
In einem Klageabweisungsantrag vom Oktober erklärte der Nachlass, er habe nie die Absicht gehabt, Kotero an der Verwendung des Namens zu hindern. „Der Beklagte hat der Klägerin zu keinem Zeitpunkt mit einer Klage gedroht“, hieß es in dem Schriftsatz, der argumentierte, etwaige Eigentumsfragen sollten vom Markenamt und nicht von einem Gericht geklärt werden.
In einer ergänzten Klageschrift behauptete Kotero außerdem, der Nachlass versuche, die Kontrolle über den Namen im Zusammenhang mit einem in Minneapolis aufgeführten und möglicherweise am Broadway geplanten „Purple Rain“-Musical zu erlangen. Sie verwies auf Werbematerial, in dem eine andere Schauspielerin als „Apollonia“ bezeichnet wurde, was ihrer Ansicht nach ihr Recht am eigenen Bild verletze. Der Nachlass hielt dagegen, die Verwendung des Namens einer Filmfigur begründe keinen rechtlich durchsetzbaren Anspruch.
Kotero wurde durch „Purple Rain“ berühmt und tourte anschließend international. Sie veröffentlichte Musik – darunter den Hit „Sex Shooter“ – und trat in der Fernsehserie „Falcon Crest“ auf, stets unter dem Namen Apollonia.