‚Raising Hope‘: So drollig kann White Trash sein


Jimmy Chance (Lucas Neff) hat es mit 25 noch nicht weit gebracht. Er wohnt immer noch bei seinen nachlässigen Eltern, die man wohl als „White Trash“ bezeichnen darf – Dad mäht Rasen, Mom putzt, beide wissen nicht recht, womit sie das verdient haben. Sie waren noch Teenager, als sie Jimmy bekamen. Erwachsen geworden sind sie seitdem nicht wirklich, aber sie bemühen sich täglich. Martha Plimpton ist bezaubernd als Mutter Virginia, die versucht, über der Verantwortung für die Familie nicht verrückt zu werden – und Garret Dillahunt gibt den sorglosen Vater Burt mit einer Nonchalance, die jeden Sozialarbeiter verrückt machen muss. Das Kind fasst in die Steckdose? Ach, so ein Pech! Es ist nicht richtig angeschnallt? Mist aber auch! Nächstes Mal funktioniert alles besser, ganz bestimmt.

Die einzelnen Folgen der Sitcom „Raising Hope“ dauern nur 20 Minuten, aber schon in der ersten wird eine Welt gezeichnet, in der klare Verhältnisse herrschen: Die Chances sind – ihrem Namen zum Trotz – Verlierer. In Rückblenden wird gezeigt, wie chaotisch der kleine Jimmy aufwuchs, wie überfordert die jungen Eltern waren. Und doch werden sie nicht bloß bloßgestellt, sondern erweisen sich als sympathische Kämpfer – anders als die Nervtypen in „My Name Is Earl“, der Serie, die Greg Garcia davor erfunden hat. Hin und wieder denkt man nun sogar: Vielleicht ist so eine Kindheit auch nicht schlechter als eine überbehütete mit 25 Förderkursen, ebenso vielen Sicherheitsvorkehrungen und stets korrektem Speiseplan?

Mit Mädchen hat Jimmy wenig Glück – bis zu einem verhängnisvollen Abend, an dem er mit einer scharfen Zufallsbekanntschaft im Auto landet. Leider wird sie sofort schwanger. Und ist eine Serienmörderin, die schon in der ersten Folge hingerichtet wird. Die Zukunftsaussichten der kleinen Hope – so tauft Jimmy das Ergebnis seines One-Night-Stands – sind also eher nicht so rosig. Gut, dass die Kassiererin Sabrina (Shannon Woodward) immer einen guten Ratschlag für Jimmy parat hat. Der Hänger selbst wird schon im Laufe der ersten Folgen zum überzeugten Vater, der seinen Eltern beibringt, wie man es richtig macht (was nicht immer gelingt). Die Szenen, die sich aus dieser Konstellation ergeben, sind manchmal rührend, oft schreiend komisch – und glücklicherweise nur selten sentimental. Was auch am großartigen Lucas Neff liegt, der Jimmy Chance mit einem naiven Charme spielt, der jede Peinlichkeit aufwiegt.



Roald Dahl: Die 5 besten Verfilmungen seiner (Kinder-)Bücher

„James ist der einsamste und traurigste Junge der Welt! Seit seine Eltern von einem Rhinozeros gefressen wurden, muss er bei den schrecklichen Tanten Schwamm und Zinke leben – was die Hölle ist!“ Solche schrecklichen Dinge passieren doch eigentlich nicht in Kinderbüchern - möchte man meinen. Doch die Erzählungen von Roald Dahl zählen zu den beliebtesten überhaupt in dem Genre und werden nicht nur von den Kleinsten verschlungen.  Auch die (vorlesenden) Erwachsenen lieben sie. Weil ihre (Alb-)Träume ernst genommen werden. „Doch eines Tages geschieht das Unglaubliche: James findet im Garten einen magischen Riesenpfirsich, in dem die seltsamsten Geschöpfe wohnen.“ Vielleicht ist…
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