Highlight: Überfälle, Ratten, Hipster – Urlaubstipps per Fernsehserie

„Revenge“: Hass und Hinterlist in den Hamptons

Die Serie beginnt mit einem eingeblendeten Spruch von Konfuzius: „Bevor du dich auf eine Reise der Vergeltung begibst, hebe zwei Gräber aus.“ Es sind die letzten ruhigen Sekunden, die man bei „ Revenge“ hat. Dabei spielt das Drama auf den Hamptons, diesem beschaulichen Paradies für Superreiche, das einem aus der Arztserie „Royal Pains“ so vertraut ist. Doch zwischen Villen und Jachten, Stehempfängen und Partys geht es hier um tödliche Rache.

Wir sehen Emily Thorne (Emily VanCamp) bei ihrer Verlobungsfeier, der Zukünftige scheint eine gute Partie zu sein. Seine Mutter, Victoria Grayson (Madeleine Stowe), ist die Königin der Kleinstadt: Sie hält praktisch permanent Hof, perfekt onduliert und elegant gekleidet, ein Chirurg hat wohl auch schon gute Arbeit geleistet. Sie hat das größte Anwesen und die teuersten Gemälde. Ein fantastisches Leben, könnte man meinen, aber die Risse zeigen sich sofort. Der Ehemann geht fremd, die Tochter nervt, und bei der vorgeblich gemütlichen Teestunde darf sie genauso wenig Schwächen zeigen wie die anderen „Ladies“, die sonst gleich alle wie Hyänen übereinander herfallen. Also eher kein behagliches Leben. Und es wird noch ungemütlicher, denn Victoria ist offensichtlich der Mittelpunkt von Emilys Racheplänen.

In Rückblenden erfährt man, wie das alles zusammenhängt: Da tobt Emily, die damals noch Amanda hieß, mit ihrem Vater David Clarke (James Tupper) herum. Eine unbeschwerte Kindheit, bis er für ein Verbrechen verurteilt wurde, das er nicht begangen hat – woran offensichtlich alle, denen sie es jetzt heimzahlen will, ein bisschen beteiligt waren. Deshalb kehrt Emily zurück, mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht und bösen Intrigen im Sinn. Eine spannende Ausgangssituation, ebenso spannend umgesetzt – auch wenn weder Umgebung noch Besetzung besonders originell sind.

Tupper, der sein breites Lächeln bereits bei „Men In Trees“ und „ Grey‘s Anatomy“ vorführte, ist nicht der Einzige, der Serienfreunden bekannt vorkommen dürfte: VanCamp sah man schon als Schülerin in „Everwood“, Nick Wechsler, der ihre Jugendliebe Jack Porter mimt, als Spaßvogel von „Roswell“. Sein Bruder wird wiederum dargestellt von Connor Paolo, bis vor kurzem Eric van der Woodsen in „Gossip Girl“. Der Star der Show ist freilich Madeleine Stowe, die mit 54 in „Revenge“ ein unwahrscheinliches Comeback feiert: Sie spielt die zwar sehr blonde, aber doch ziemlich gewöhnliche VanCamp eiskalt an die Wand. 

„Revenge“ läuft ab dem 19. Juni als Free-TV-Premiere auf VOX, in Doppelfolgen ab 20.15 Uhr. Eine dritte Staffel wurde gerade bestellt, sie läuft in den USA im Herbst an. Man kann sich also auf einen langen Rachefeldzug einstellen – und wer jetzt spontan einen Song über das Thema hören will, kann sich bei ganz unterschiedlichen Genres bedienen:

Judas Priest: „Screaming For Vengeance“

Marcus Wiebusch: „Nur einmal rächen“

R.E.M.: „Living Well Is The Best Revenge“:


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