Anne Clark: Live in Germany (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Anne Clark: Live in Germany



von

Die britische Dichterin hat sich seit ihren großen Tagen in den 80er Jahren kaum verändert – im Äußeren nicht und nicht in der Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Lyrik cum Musik vorträgt. In Deutschland hat Clark eine größere Gemeinde als in England, und das Publikum in Mainz begrüßt sie vertraut mit „Guten Abend!“.

Auch einige der fünf Musiker, darunter ein Cellist, wurden in Deutschland rekrutiert. Sie spielen die redundanten, einlullenden Riffs, über denen Anne Clark ihre einzigartige Poesie spricht, so stoisch wie die Beats aus Synthesizer und Schlagwerk; Gitarre und Cello schrubben insistierend dazu. Man mag das monoton nennen – es sind Mantras ohne Gott, die von der Heillosigkeit und Vergeblichkeit des Menschen künden. In der Form greift Anne Clark auf religiöse Rituale zurück, um sie mit ihrer unsentimentalen Poesie zu konterkarieren. „Sleeper In Metropolis“ und „Our Darkness“ werden natürlich bejubelt – aber ein Sofa ist diese kühl-pathetische Techno-Dichtung. Arne Willander