Belle And Sebastian How To Solve Our Human Problems

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Vor 20 Jahren waren Belle And Sebastian die Superstars der Plattenfirma Virgin. Ihre EPs und die Alben „Tigermilk“ (1996, Flüsterpropaganda in Deutschland) und „If You’re Feeling Sinister“ (Kritikerruhm überall) hatten die unwahrscheinlichen Pop-Sensibilisten aus Glasgow zur nächsten Hoffnung auf die Nachfolge der Smiths gemacht – nach den Sundays, nach Suede, Marion und Gene.

Jetzt also der geheimnisvolle Stuart Murdoch und die mitsingende Isobel Campbell und ein paar Musiker, die wie der Singkreis der Pfarrei wirkten – mit Songs auf Zehenspitzen, mit Flöten und Schrumm und sachtem Schlagzeug, frommer Empfindsamkeit, Bücherwurm- und Bettkantenlyrik und der idiosynkratischen Ästhetik des New British Cinema und der Nouvelle Vague. Belle And Sebastian hatten Geschmack und Songs wie Simon & Garfunkel (fast).

Vor 20 Jahren also lud die Plattenfirma Virgin in ein Gewölbe auf der Museumsinsel in München, das nach Starkbieranstich und Weißwurst aussah, und Belle And Sebastian ließen lange auf sich warten, während sich sämtliche Adabeis der Stadt auf dem Gang betranken, und als die Band dann die Bühne betrat, konnte man sie kaum sehen, denn die Bühne war sehr niedrig, und auch kaum hören, denn sie spielten sehr leise, und im Publikum laberten so viele, als sie merkten, dass es nicht so etwas wie Oasis war. „The Boy With The Arab Strap“ beendete die Hoffnungen von Virgin. It could have been a brilliant career.

Murdoch und die Seinen machen weiterhin sehr gute Platten, aber bald wollte das keiner mehr zugeben, es schrieb auch keiner mehr. Nun haben sie drei EPs veröffentlicht (das ist ja wieder eine beliebte Darreichungsform), gesammelt als LP: Die Songs haben Zug und Schmiss („Sweet Dew Lee“, „The Girl Doesn’t Get It“), Murdoch erinnert manchmal an Momus und an Gainsbourg, „Poor Boy“ ist Ersatz-Disco, die Flöte ist wieder da, der rotwangige Kirchen-Folk.

Die Melodien hüpfen, alte Synthesizer dudeln ostentativ, bei dem altertümelnden Instrumentalstück „Everything Is Now“ wird pastoral die Wurlitzer-Orgel gespielt und eine Spaghettiwestern-Gitarre. Mit „Show Me The Sun“ im burlesken Hippie-Mittelteil wird der beginnend psychedelische Beat von 1967 mit Hall, Getrommel, Chorgesang und „Na, na, na“ nachgestellt. Wirklich schön.

Die Niedlichkeit ist ebenso bestrickend wie enervierend. Aber es ist vielleicht gar keine Niedlichkeit, sondern Manierismus, sogar ihr eigener. Zu lang ist das Album halt – weil es als drei EPs gedacht ist. (Beggars)

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