Freiwillige Filmkontrolle


Blood Orange Cupid Deluxe


Domino


von

Devonté Hynes, besser bekannt als Lightspeed Champion, macht sich daran, die Satinbett- wäsche aufzuziehen.

Sein zweites Album unter dem Namen Blood Orange widmet sich in Duetten dem softerotisch geprägten R&B, mit Anklängen an Funk, Disco, Rap und Soul der 80er-Jahre. Die Verweise reichen von Chic über Prince bis zu Scritti Politti, die Gästeliste ist ellenlang. Ein buhlerisches Saxofon, samtweicher Gesang, federnde Basslines, eine hibbelige Gitarre und synthetische Beats formulieren die Sprache der Liebe neu aus. Am Ende mündet alles – wie schon auf dem Debüt „Coastal Grooves“ – in die bange Aufforderung: „Come into my bedroom.“

Ob daraus allerdings was wird? Die Frage ist berechtigt, denn „Cupid Deluxe“ ist durchzogen von Melancholie und Schüssen in den Ofen. „You’re Not Good Enough“ und „Always Let U Down“, eine Coverversion von Mansuns „I Can Only Disappoint U“, sprechen bereits im Titel eine unmissverständliche Sprache. Glücklicherweise klingt bei dem britischen Musiker, Komponisten und Produzenten selbst die Vergeblichkeit lange Zeit sexy.


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