Boy George And Culture Club Life


Nach dem gefloppten Comeback ­Ende der Neunziger und den meist fadenscheinigen Solo-Aktivitäten von Boy George steht die erneute Rückkehr von Culture Club unter einem günstigeren Stern. In den Konzertsälen schwelgt man in „Karma Chameleon“-Erinnerungen, bei ihrer Welttournee konnte die Band bereits eine halbe Million Tickets absetzen.

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Ein perfektes Momentum für neue Musik und Botschaften zur Zeit. Wie bei „Life“: Der letzte Song des Albums beginnt mit einem Gospel-­Chor und zieht zum Stampfbeat ­eine Art Bilanz: zweite Chancen, neue Anfänge, Erleuchtung, spirituelles Wachstum, persönliche Erlösung.

Sein seelenvolles Bekenntnis trägt Boy George mit bemerkenswert tiefer Stimme vor. Ein gestandener Kämpfer voller Reife und Erfahrung. Die musikalische Umsetzung erfolgt über Lovers Rock, Reggae und diverse Soul-Formate, mit Streichern und funky Gitarren. Ähnlich versiert wie 1983, nur eben mit Narben auf Seele und Stimmbändern. Bester Song: der elegante Salon-Crooner „What Does Sorry Mean?“, in dem Boy ­George zum 1‑A‑Schmerzensmann wird. (BMG Rights)

Kooperation


Zum Tod von Meisterregisseur Nicolas Roeg: Im Sog der Leidenschaften

Nicolas Roeg war immer ein Außenseiter des Kinos geblieben. Fast könnte man sagen, dass er diesen Platz ganz bewusst verteidigt hatte vor den (allerdings spärlichen) Versuchen, ihn zum Klassiker des experimentellen Kinos zu erheben. In fast allen seinen Filmen porträtierte er ganz buchstäblich Außerirdische, Verstoßene, dem Höllensumpf der Gesellschaft entflohene Sonderlinge, die dem Ruf der Wildnis auf Gedeih und Verderb verfallen sind und zwanghaft nach ihrer Identität suchen. Natürlich kennt die ganze Welt „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973), der im englischen Original so wundervoll wie weltabgewandt „Don’t Look Now“ heißt. Eine inzwischen kultisch verehrte und gespenstische Meditation über den…
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