CHVRCHES Love Is Dead


Für ihr drittes Album hat sich das schottische Synthpop-Trio zum ersten Mal einen Produzenten dazugeholt – und zwar gleich Greg Kurstin, der in den letzten Jahren von ­Adele bis Sia mit jeder zusammengearbeitet hat, die der Industrie noch etwas Geld aus dem Kreuz leiern konnte.

Die Markenzeichen der Band: der warm knarzende, präzise gemischte Synthesizer, die Stakkato-Hooks und Lauren Mayberrys Erdbeerkaugummi-­Stimme, bleiben intakt, wenngleich insbesondere Mayberrys Stimme hörbar poliert daherkommt. Die Schotten haben früher schon aus jeder Zeile eine Hook gequetscht, das meistens auch ziemlich gut, heute setzen sie zu häufig auf Wiederholung und hoffen, dass etwas kleben bleibt.

Geben wir Produzent Kurstin die Schuld daran. Geben wir ihm auch die Schuld an einigen arg einfachen Melodien. Und der nicht selten vorhersehbaren Dramaturgie der Stücke. Dennoch: CHVRCHES bleiben vielleicht die einzige Band, die, sagen wir, das Reeperbahn-­Festival bespielen könnte und genauso gut den Eurovision Song Contest. (­Universal)

Kooperation


Das Comeback der Grande Dames

Es gibt keine Platten mehr von Roberta Flack und Ellen Foley, von Sheena Easton und Carly Simon. Das letzte Album von Cyndi Lauper war eine Art ­Anthologie mit Country-Songs. Bobbie Gentry privatisiert seit 40 Jahren. Ann-Margret spielt in der Serie „The Kominsky Method“ eine Frau, die einen Witwer (Alan Arkin) umsorgen will, der missgünstig beobachtet, wie methodisch sie isst: Eins nach dem anderen – wie die Nazis Europa eroberten, erzählt er Michael Douglas. Bleibt also Barbra Streisand. Ihre Resilienz ist so notorisch wie ihre Renitenz, und in ihren berühmtesten Filmen spielt sie Frauen, die niemals aufgeben. Seit „Guilty Pleasures“, also seit 2005,…
Weiterlesen
Zur Startseite