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Dave Gahan & Soulsavers Angels & Ghosts

Sony

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Bekommt da draußen eigentlich noch irgendwer eine Gänsehaut, wenn einer von Depeche Mode solo geht? Nein? Dann sorgt jetzt Dave Gahan wieder für neue alte Verhältnisse.
Nach der ersten Zusammenarbeit beim Album „The Light The Dead See“ vor drei Jahren hat der 53-jährige Sänger sich ein weiteres Mal mit Rich Machin und Ian Glover von den Soulsavers zusammengetan, die lieber im miefigen Stoke-on-Trent vor sich hin werkeln als irgendwo unter der Sonne Kaliforniens. Wo aber hat Dave Gahan bloß seine Frischzellenkur genossen? Erhobenen Hauptes und mit einer glasklaren Stimme, die so frisch klingt wie seit Ewigkeiten nicht mehr, zele­briert er – zu einer dezenten Rockorgel anstelle von pluckernden Synthies – seine Wiedergeburt. Was würden a-ha wohl dafür geben, „All Of This And Nothing“ geschrieben zu haben, einen Song, der einfach zu schön ist für die Stadien dieser Welt? Auf „You Owe Me“ nimmt Gahan es erneut mit den Schattenexperten Nick Cave, Johnny Cash und Lee Hazlewood auf, doch überdramatisiert wird auf „Angels & Ghosts“ nichts. Alles wirkt exakt justiert, stets bleibt genug Raum für Gahans Stimme. Auch dem sägenden „Shine“ wurde nur eine vorher abgewogene Portion Blues und Düsternis verpasst. Die Streicher auf „One Thing“ halten sich zurück, sodass man sich nicht in ihnen verliert, die Bläser brillieren im Hintergrund – Dank an Arrangeur Daniele Luppi. Majestätisch und erhaben, so gebärdet sich dieser Songzyklus, aber nie pathetisch oder gar „over the top“, wie ein Marc Almond es hinbekommen hätte. Stattdessen Melancholie mit durchgedrücktem Rücken, Schmerztherapie mit Boden­haftung.
Eine Großtat in nur neun Stücken? „My Sun“ schwillt noch einmal zu einem furiosen Finale an – jedoch natürlich abermals gerade so, dass der Fluss, in dem sich das Album befindet, nicht über die Ufer tritt. Danach bleibt ohnehin nichts mehr zu sagen. Vielleicht haben Dave Gahan, Martin Gore und Andy Fletcher ihre besten Jahre ja noch vor sich.

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