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Entertainment Regie: Rick Alverson


Der Protagonist von Rick Alversons „Entertainment“ ist auf dem Flugzeugfriedhof in der kalifornischen Wüste gut aufgehoben. Zwischen den verrosteten Wracks fällt der verschwitzte Mann mit der gelben Truckermütze kaum auf. Die desolate Tristesse dieser Eröffnungseinstellung besitzt Symbolwert. So beginnen Komödien, die tragisch enden. Gregg Turkington spielt einen Komiker, der sich auf einer schier endlosen Tour durch das amerikanische Hinterland befindet. In seiner Körpersprache macht sich eine apathische Melancholie breit. Die Orte, an denen er auftritt, sind nicht minder deprimierend: ein Gefängnis, in dem er die vereinzelten Lacher noch auf seiner Seite hat, eine Bar, in der es für die Gäste ebenfalls kein Entrinnen vor seinen Monologen gibt. Turkingtons Stand-up-Routinen sind eine einzige Zumutung. Statt Witze zu erzählen, traktiert er seine Zuhörer mit Fragen, die Antworten sind vulgär, krass und auf schwer erträgliche Weise unlustig, und er verleiht seinen Pointen mit verschleimtem Räuspern und Röcheln Nachdruck.

Seit etwa 20 Jahren zelebriert Turkington mit seiner Stand-up- Figur Neil Hamburger diesen Verweigerungshumor, ist im Vorprogramm von Bands und Musikern wie Tenacious D, den Melvins und Bonnie „Prince“ Billy aufgetreten und eine Art Kultstar geworden. „Entertainment“ will allerdings keine Neil-Hamburger-Komödie sein, beschreibt vielmehr die Niederungen des Showgeschäfts als Fortschreibung des Topos vom erfolglosen Komiker. Zwischen den Auftritten hinterlässt Turkington zunehmend zwanghafte Nachrichten auf dem Anrufbeantworter seiner Tochter, macht Zufallsbekanntschaften (u. a. mit John C. Reilly und Michael Cera) und gleitet langsam ins Delirium ab. Das Durchhalten gehört in „Entertainment“ zum Programm. Doch die Redundanz, das Gefühl, der Zeit beim Verstreichen zuzusehen, und der hypnotische Minimalismus der Landschaftsaufnahmen machen aus „Entertainment“ ein interessantes, sperriges Stück US-Independentkino, das nicht den gefälligen Weg zu gehen versucht.

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