Fionn Regan 100 Acres Of Sycamore


Heavenly/Cooperative


von

Die ersten Sekunden wähnt man sich in einem der frühen Tindersticks-Dramen. Ein Cello geleitet in die ersten gezupften Akkorde, bevor eine Stimme die Dunkelheit zerschneidet. Und wie sie das tut – darin liegt zu gleichen Teilen Weisheit, Dringlichkeit und Romantik. Alles in der Stimme des jungen irischen Singer-Songwriters Fionn Regan. Alles in „100 Acres Of Sycamore“, dem Titelstück seines dritten Albums.

Regan hat sich viel vorgenommen. Keine Geringeren als Leonard Cohen, Bob Dylan und Neil Young standen bei seinem neuen Werk Pate. Möglicherweise hat er sich dabei etwas verhoben und die Manierismen etwas überstrapaziert. Nicht alle Stücke sind zwingend, doch wann hat man zuletzt einen so ingeniösen Songreigen gehört? In „The Horses Are Asleep“ flirren die Geigen, während Regan den entspannten Melancholiker Tim Hardin mimt, dem „100 Acres Of Sycamore“ wohl am meisten verdankt. „The Lake Distant“ verführt mit sanft getupften Pianoakkorden zu Fleet-Foxes-Magie. Weitere Preziosen belehnen Ron Sexsmith („For A Nightingale“) oder Nick Drake („Dogwood Blossom“). 

Mit den zwölf grüblerischen Songs hat der musikalische Leisetreter Regan sein „Five Leaves Left“ geschaffen. „100 Acres Of Sycamore“ ist die schönste Herbstplatte des Sommers.

Beste Songs: „100 Acres Of Sycamore“, „1st Day Of May“