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Freiwillige Filmkontrolle


Frank Goosen Raketenmänner


Kiepenheuer & Witsch


von

Goosens Raketenmänner sind Wiedergänger von Elton Johns „Rocket Man“: also eher nolens denn volens aus der Umlaufbahn geschleuderte Alltagsmenschen, meistens Ehemänner oder Familienväter, die zu viel Verantwortungsbewusstsein besitzen und zu sehr an ihrem Platz hienieden hängen, als dass sie sich so einfach davonstehlen könnten. „Mars ain’t the kind of place to raise your kids“, singt die alte Brillenschlange. „In fact it’s cold as hell/ And there’s no one there to raise them if you didn’t.“

Also hadern sie alle ein bisschen mit ihrem Schicksal und machen trotzdem weiter. Sie sind zwar nicht die geworden, die sie sein wollten, aber doch ganz gute Typen. Der dicke Reporter Kamerke etwa. Von seiner Frau betrogen, zieht er ein paar Wochen als Journaillen-Spesenritter durchs Land, versucht sich zu rächen, verzeiht ihr dann aber doch und kehrt geläutert zu ihr zurück. Vorher hat er sich vom großen Randy Newman, den er aushilfsweise interviewen darf, segnen lassen. „Ich wünsche Ihnen viel Glück. Und bleiben Sie fett!“ Oder Sabolewski, der seinen todgeweihten Rocker-Vater (Session-Sidekick bei „Rumours“, Bettgefährte von Stevie Nicks etc.) nach 40 Jahren erstmals wiedersieht und sich mit ihm aussöhnt, weil er für Hass mittlerweile zu alt ist. Oder Wenzel, der ausgerechnet einen heruntergekommenen Plattenladen kauft, weil er etwas Zukunft will, einen Ort, wo er hingehört.

Goosen, der gute Mensch aus Bochum, singt in diesen locker, aber durchaus mit narrativer Finesse verzahnten Geschichten das Hohelied der Familie, Freundschaft und Liebe. So angekitscht wie nötig, so trocken und lakonisch wie möglich. Nur gelegentlich kontrastiert er die klassische Short-Story-Diktion mit einem schönen Witz. Kabarettistische Einlagen verkneift er sich fast ganz. Die Pointen wirken allesamt dem Leben abgelauscht und nicht im Comedy-Folterkeller erzwungen. Und vor allem kann man über seine grandiosen kleinen Antihelden lachen, ohne dass er sie bloßstellen würde. (Kiepenheuer & Witsch, 18.99 Euro)


Freundin von Nick Kamen über seine friedlichen letzten Stunden

Nick Kamen ist in einem „unglaublich sanften Moment“ verstorben. Das berichtet seine Freundin Lucinda Cary der britischen „Daily Mail“. Der Sänger („I Promised Myself“) hielt bis zu seinem Tod ihre Hand, als er am Mittwoch (05. Mai) in seinem Haus in Notting Hill, London, verstarb. Cary: „Es war sehr schön und unglaublich sanft. (...) Er war ein erstaunlicher Mensch und starb mit viel Würde und Respekt.“ Evie, die Tochter der Filmemacherin, deren Bruder mit an der Hit-Serie „Homeland“ schrieb, ergänzte: „Nick war ein unglaublicher Mensch, und es war wirklich erstaunlich, während seiner Krankheit bei ihm zu sein. In den letzten…
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