Ghostbusters – Limited Ultimate Collection



von

Gehören die Geisterjäger in die City oder ins Kornfeld? Regisseur Ivan Reitman (Teil 1 und 2) und sein Sohn, der Regisseur Jason (Teil 3), haben dazu unterschiedliche Meinungen. Ivans Ghostbusters nehmen ihre Arbeit im New York der frühen Achtziger auf, als die Stadt auch in Wirklichkeit ihre höchste Kriminalitätsrate verzeichnet. Die Einwohner sind nicht weniger übel drauf als die Gespenster, Reitman filmt jede Straßenmüllhalde, und Manhattans Kanalisation wird von einem dämonischen Schleim durchspült, dessen Ursprung uneindeutig ist: teuflische Strafe oder doch bloß menschliche Ausscheidungen, wie es sie nur von New Yorkern geben kann? Dass sich die drei Wissenschaftler Uniformen überstreifen und unerklärliche Phänomene durch ihre Laserbannstrahlen entsorgen, statt sie auch nur einmal zu erforschen oder verstehen zu wollen, deutet auf eine fast schon faschistoide Berufsauffassung hin.

„Ghostbusters“ in der Kritik:

Für den dritten Teil verlegte Jason Reitman, ein schwelgerischer Kleinstadtfilmer („Juno“, „Labor Day“), die Story in den Mittleren Westen und widmete sich seinem wichtigsten Motiv: jungen Menschen, die sich in neuen Umgebungen bewähren müssen, ohne den Draht zu ihren Eltern zu verlieren. Natürlich soll mit Nachwuchs-Geisterjägern wie Finn „Stranger Things“ Wolfhard auch die Tür zu neuen „Ghostbusters“-Filmen aufgestoßen werden, denn die drei Urgewächse – Bill Murray, Dan Aykroyd, Ernie Hudson, vertreten in Nebenrollen – werden dafür zu alt.

„Ghostbusters 2“ in der Kritik:

Gerade auf das Comeback des jahrelang zögerlichen Murray als Venkman herrschte Vorfreude, denn seine zum Markenzeichen gewordene, vor jeder Kamera zur Schau getragene
„Where’s my paycheck?“-Chuzpe verdient durchaus Respekt. Die „Limited Ultimate Collection“ hält, was sie verspricht: die bislang umfassendste „Ghostbusters“-Edition, mit unveröffentlichten Szenen, alternativem Ende und allem, was sich an Pipapo zusammenkramen ließ. Verpackt in einem Geistertornister. (Sony, Blu-ray, ab 10.2.)


ÄHNLICHE ARTIKEL

Ivan Reitman: Sohn Jason trauert um seinen Vater

Auch Arnold Schwarzenegger findet berührende Worte.

„Ghostbusters“: Uniformierte Dienstleister mit trockenem Humor

Die Horror-Komödie „Ghostbusters“ ist Ivan Reitmans bekanntester Film und bot 1984 praktische Möglichkeiten der Geister-Entsorgung. Bill Murray wurde mit dem Film zum Star.

„Ghostbusters“-Regisseur Ivan Reitman ist tot

Ivan Reitman ist im Alter von 75 Jahren überraschend verstorben.