Graham Coxon

„Castle Park“

TRANSGRESSIVE (VÖ: 19.06.2026)

Blur-Gitarrist mit Teenage-Romantik und Mod-Patina

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Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass der Blur-Gitarrist die Musik für die Coming-of-Age-Serie „The End Of The F***ing World“ geschrieben hat. Graham Coxon kennt sich mit den Stürmen der Pubertät, mit den kleinen großen Widrigkeiten im Leben junger Menschen bestens aus. Sein Gesang hat noch immer etwas von der gelangweilten Coolness eines Teenagers, der an der Blödheit und Verlogenheit der Erwachsenen verzweifelt.

Die von Herzschmerz, Trennungen und Entfremdung durchtränkten Songs auf „Castle Park“, benannt nach einer Grünanlage in Colchester, wo Coxon einen Großteil seiner Jugend abhing, könnten locker als Soundtrack einer neuen Staffel von „The End Of The F***ing World“ durchgehen. Aufgenommen wurden die zehn Stücke bereits 2011 im Zuge der Sessions zu „A+E“. Doch anders als der rohe, experimentierfreudige Punkrock jener Platte blieb das melodieverliebtere, sich an Merseybeat und Mod-Sound orientierende „Castle Park“ lange Zeit unter Verschluss. Ein Grund dafür war offenbar, dass sich nach der Veröffentlichung von „A+E“ ein neues Blur-Werk anbahnte.

Coxon oszilliert hier zwischen Sixties-Pastiche und New Wave. „Billy Says“ groovt im Stil von The Jam, „There’s A Litte House“ gemahnt an die Kinks, circa 1970. Der herb-melancholische Grundton von folkpoppigen Balladen wie dem wundervollen „Easy“ hat seine Wurzeln denn auch tatsächlich in einigen von Coxons gescheiterten Liebesbeziehungen. Doch anstatt sich selbst leidzutun, entwirft er ein Panorama adoleszenter Gefühle zwischen schwer verträumter Romantik, Frust und Einsamkeit. Der lakonische Humor, mit dem Coxon auf sein jüngeres Ich schaut, zeugt dabei von großer Empathie. Hier lacht niemand über, sondern mit jemandem.