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Iggy Pop Post Pop Depression


đŸ”„Dies sind die geilsten Fotos von Iggy Pop, die Sie je sehen werden

Der neue ROLLING STONE: Titelgeschichte – Iggy Pop und Josh Homme.

Es gab eine ziemliche GeheimniskrĂ€merei um die Zusammenarbeit von Iggy und Josh Homme. Seit Janu­ar 2015 will man an dem Album gearbeitet haben. Aber was heißt schon „Arbeit“. „This job is a masquerade of recreation“, singt Iggy in „Sunday“, einer kuriosen, mit ihrem discohaften Drum-Track und dem Erkennungsriff beinahe an „I Was Made For Lovin’ You“ erinnernden Beschwörung seines Lebens­sonntags.

So ganz sicher, was passieren wird, wenn er zur Ruhe kommt, scheint er sich noch nicht zu sein. „I’ve got it all/ And so what now?“ Der Tod selbstredend, den der Song dann schon mal vorwegnimmt mit seinem schmalzigen String-Appendix: Iggys ironische Himmelfahrt.

Mehrfach geht es in diesem Alterswerk um den Status des KĂŒnstlers, der alles gesagt hat und nur noch seinen Ruhm verwaltet, am unerbittlichsten in „American Valhalla“. In diesem mit Vibrafon und Steel-Drum etwas eigenwillig instrumentierten StĂŒck arbeitet er sich am eigenen Legendenstatus ab. Sein Fazit ist wenig optimistisch: „I’ve nothing but my name.“

Zu diesen melancholischen Alterskontemplationen passt seine Gesangsdarbietung, diese schon bei den letzten Solo­alben erprobte Kombination von rudimentĂ€rstem Crooning und jenem kurzatmigen Sprechgesang, der auch Johnny Cash die altersweise GravitĂ€t bescherte. Partiell trifft er den coolen Bariton der „American Recordings“ ziemlich genau. Und wo Rick Rubin den passenden Americana-Kontext schuf, sorgt Homme fĂŒr etwas Desert-Ambiente.

NatĂŒrlich gibt es auch wieder die eine oder andere Hommage an den verstorbenen Freund, Mentor und Konkurrenten, am offensichtlichsten in „Gardenia“. Dieser leicht angefunkte Bass, die New-Wave-Schrabbelgitarre und die geziert-unterkĂŒhlten Gesangslinien – nur beschwört hier keiner mehr sein „China Girl“, sondern eine „black goddess in a shabby raincoat“.

„Post Pop Depression“ ist kein schlechtes Album, aber es war vielleicht ganz gut, dass man nicht so frĂŒh davon wusste: Man hĂ€tte zu viel erwartet.


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