Logo Daheim Dabei Konzerte

Upcoming: Maisie Peters

Weiterempfehlen!
  • Mail Icon
  • Mail Icon
  • Mail Icon
  • Stunden
  • Minuten
  • Sekunden
Spezial-Abo

Im Kino: True Grit Regie: Ethan und Joel Coen


Paramount Pictures Kinostart: 24. Februar 2011

Nichts ist so anachronistisch wie der Western. Das älteste Genre der Filmgeschichte hat das Kino zu Beginn des 20. Jahrhunderts entscheidend vorangetrieben. Als Frühwestern bezeichnet man heute allerdings die Produktionen der 30er- und 40er -Jahre. Dann kamen die Edelwestern der 50er Jahre in Cinemascope und die Revolution­ des Italowesterns in den Sechzigern. Es folgten die Spätwestern von New Hollywood. 1980, nach der Pleite von „Heaven’s Gate“, war das Genre so gut wie tot. Dennoch bleibt es im Gedächtnis des Kinos sehr lebendig.

Viele Filmschaffende zum Beispiel nennen unter ihren Lieblingswerken auch einen Western, fast jeder bedeutende US-Regisseur hat irgendwann auch einen inszeniert. Kevin Costners „Der mit dem Wolf tanzt“ und Clint Eastwoods „Erbarmungslos“ waren die letzten, die mit diesem Genre einen Oscar abräumen konnten.

Aber das ist auch schon 20 Jahre her, und die wenigen Western seither haben nicht viel gerissen. Es lässt sich eben kein Geld verdienen mit Filmen, die ohne CGI- oder 3-D-Effekte und mit einer Pferdestärke auskommen müssen. Umso erstaunlicher und erfreulicher ist nun der Erfolg von „True Grit“ der Coen-Brüder. Ihr Remake von „Der Marshal“ mit John Wayne hat bereits 150 Millionen Dollar in den USA eingespielt und ist für zehn Oscars nominiert.

Makabre Ironie oder Gewaltexzesse wie in ihrem zuvor erfolgreichsten Film „No Country For Old Men“ gibt es diesmal allerdings nicht. Ihre Geschichte über einen alten Trunkenbold und ein renitentes Mädchen erzählen die Coens, die ohnehin zu den instinktsichersten Regisseuren gehören, vollkommen respektvoll als klassischen Western.

Die 14-jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) bezahlt den eigenwilligen und einäugigen Marshal Rooster Cogburn (Jeff Bridges) dafür, im Indianer­gebiet den Mörder ihres Vaters zu jagen. Hinter Tom Chaney (Josh Brolin) ist auch der Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon) her. Die Männer brechen ohne Mattie auf, die ihnen aber so lange hartnäckig folgt, bis Cogburn beeindruckt einlenkt.

Der Ritt durch eine prachtvolle karge Waldlandschaft im Herbst ist ein ebenso amüsantes wie emotionales Kammerspiel. Spannung herrscht anfangs nur zwischen dem etwas vorwitzigen, aber zielstrebigen Kind, dem jungen Aufschneider und dem griesgrämigen Haudegen. In der Zweckgemeinschaft ist jeder vom anderen genervt – Cogburn säuft, LaBoeuf schwadroniert über seine Schießkünste, Mattie ist angewidert von beiden, die sie nicht ernst nehmen.

Neben der wunderbaren Steinfeld brilliert einmal mehr Bridges, wie er als Raubein durch den Bart nuschelt und giftig mit einem Auge funkelt. John Wayne kann er natürlich trotzdem nicht den Schneid abkaufen. Die Coens halten sich eng am Original und mit einem Epilog auch an die Romanvorlage von Charles Portis. Und den nach wie vor grandiosen Showdown im Tal haben sie gar mit nahezu identischen Einstellungen gedreht. An Legenden rüttelt man eben nicht.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Ethan Coen, Joel Coen :: Hail, Caesar!

Jeff Bridges :: Jeff Bridges


ÄHNLICHE ARTIKEL

Auf ein Bier mit dem Dude und Carrie Bradshaw – Jeff Bridges im neuen Super-Bowl-Spot

Jeff Bridges kehrt als „The Dude“ für die „Super Bowl“-Werbung zurück. Im Bier-Werbespot stößt er mit Sarah Jessica Parker an

The Dude is back – Jeff Bridges weckt Hoffnung mit Video

Kehrt er in seiner beliebtesten Rolle als der Dude zurück? In einem kurzen Video ködert uns Jeff Bridges mit Big-Lebowski-Outfit und kündigt etwas Großes an.

Yoko Ono geht mit Ringo Starr ins Bett (und bringt Jeff Bridges mit)

„Bed-In“ für Frieden: 1969 demonstrierte Yoko Ono gemeinsam mit ihrem Ehemann John Lennon aus dem Bett für mehr Frieden. Nun hat die Aktionskünstlerin gemeinsam mit dessen Beatles-Kollegen Ringo sowie Schauspieler Jeff Bridges die Idee wiederbelebt.


Matt Damon glaubt, dass „Contagion“ die Corona-Krise prophezeit hat

Als „Contagion“ vor fast zehn Jahren ins Kino kam, wurde der Pandemie-Spannungsfilm zwar kein Flop an der Kinokasse. Doch sehr viel mehr als seine Kosten spielte er dann auch nicht ein. Trotz Mega-Besetzung (Matt Damon, Marion Cotillard, Kate Winslet, Laurence Fishburne, Jude Law, Bryan Cranston und Gwyneth Paltrow). In dem Moment, da sich herausstellte, dass Covid-19 nicht nur ein chinesisches Problem bleiben würde, sondern die ganze Welt betrifft, erschien Soderberghs Thriller wie eine Voraussicht auf das, was uns erwartet. Und so entwickelte sich der Film fast logisch zu einem echten Streaming-Hit, der fast so oft geguckt wurde wie die „Harry…
Weiterlesen
Zur Startseite