Javier Marías So fängt das Schlimme an

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So fängt das Schlimme an

Mehr Kammerspiel als Roman: Der spanische Erfolgsautor Javier Marías, auch einer dieser ewigen Nobelpreisanwärter, bestückt die Bühne erneut mit seinen Lieblingsrequisiten: Erotik, Erinnerung, zart gestreutem Pathos und Kulturpessimismus, dem Franco-Regime, falschen Fährten („sorgfältiger Verheimlichung“), Shakespeare-Verweisen, Thriller-Elementen und metaphysischen Fragen in variierter Form, wie etwa dieser: „Vielleicht lässt sich nicht einmal das Geglaubte auslöschen oder ersetzen, wenn man es lang genug geglaubt hat.“ Wir schreiben das Jahr 1980, der junge Icherzähler wird zum Spion im Haus der Liebe, obwohl er doch nur als Assistent für einen sich im Niedergang befindlichen Filmregisseur arbeitet. Er soll herausfinden, warum auch dessen Ehe gescheitert ist, und macht sich selbst schuldig – wie er glaubt. Marías Werk besticht einmal mehr durch sprachliche Eleganz. Aber was wollte man auch von einem Großdichter anderes erwarten, der sich über die „aus Amerika eingeführte Geste, die Anführungszeichen andeuten sollen“, amüsieren kann?

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