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Karl Ove Knausgård Leben


Luchterhand


von

Der momentan umgehende Lesevirus hat seinen Ursprung in Norwegen, wo der sechsteilige autobiografische Zyklus des 1968 geborenen Knausgård für unglaubliche Verkaufszahlen sorgte. „Min Kamp“ – „Mein Kampf“ heißt das Mammutwerk im Original, doch der deutsche Verlag hat Alternativtitel gefunden. „Sterben“ (über den Tod des Vaters), „Lieben“ (über die Ehe) und „Spielen“ (die Kindheit). Jetzt liegt der vierte Teil vor: „Leben“. Der 18-jährige Karl Ove nabelt sich endgültig von seinen unterdessen geschiedenen Eltern ab und geht für ein Jahr als Aushilfslehrer nach Nord-Norwegen. Hier setzen sich seine Schreibversuche als Schriftsteller fort (er hatte mit Plattenkritiken begonnen). Aber auch seine exzessiven Saufereien und die Versuche, seinen unkontrollierbaren Schwanz in den Sehnsuchtsort zu versenken. Knausgård schont weder sich noch die anderen. Er schreibt Sätze von erschütternder Banalität und doch nehmen seine Erzählexzesse gefangen, die ganze erzählerische Verve ist größer als die Addition der Sätze. Wir alle sind Knausgård  – erschreckender Durchschnitt und großartige Einzigartigkeit. (Luchterhand, 22,99 Euro)


Die legendäre Friedensrede von Charlie Chaplin

Nachdem Charlie Chaplin von den schrecklichen Gräueltaten der Nazis erfuhr, vom Holocaust, von der Verfolgung und Tötung von Minderheiten, von der Vernichtung des politischen Feindes, bat er um Entschuldigung für seinen Film „Der große Diktator“. Er sei der hässlichen Fratze des Schreckensregimes nicht angemessen gewesen. Mehr als 80 Jahre nach dem Kinostart am 15. Oktober 1940 steht diese gloriose, bissige und dennoch zutiefst humanistische Komödie immer noch als strahlendes Beispiel für eine Kunst, die gleichsam das Tor zur Wahrheit aufreißt und sich dennoch nicht über die Menschen erhebt, die verführt worden sind. Stattdessen wird ihnen mit den Mitteln der Satire…
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