Karl Ove Knausgård Leben

Luchterhand

Facebook Twitter Email Whatsapp
von

Der momentan umgehende Lesevirus hat seinen Ursprung in Norwegen, wo der sechsteilige autobiografische Zyklus des 1968 geborenen Knausgård für unglaubliche Verkaufszahlen sorgte. „Min Kamp“ – „Mein Kampf“ heißt das Mammutwerk im Original, doch der deutsche Verlag hat Alternativtitel gefunden. „Sterben“ (über den Tod des Vaters), „Lieben“ (über die Ehe) und „Spielen“ (die Kindheit). Jetzt liegt der vierte Teil vor: „Leben“. Der 18-jährige Karl Ove nabelt sich endgültig von seinen unterdessen geschiedenen Eltern ab und geht für ein Jahr als Aushilfslehrer nach Nord-Norwegen. Hier setzen sich seine Schreibversuche als Schriftsteller fort (er hatte mit Plattenkritiken begonnen). Aber auch seine exzessiven Saufereien und die Versuche, seinen unkontrollierbaren Schwanz in den Sehnsuchtsort zu versenken. Knausgård schont weder sich noch die anderen. Er schreibt Sätze von erschütternder Banalität und doch nehmen seine Erzählexzesse gefangen, die ganze erzählerische Verve ist größer als die Addition der Sätze. Wir alle sind Knausgård  – erschreckender Durchschnitt und großartige Einzigartigkeit. (Luchterhand, 22,99 Euro)

„Wir sind lieber auf dieser Seite, als auf der anderen!“

Im Vorfeld wurde viel über „Wir sind mehr!“ diskutiert. Eine häufige Frage der Demo-Kritiker: „Hier ist ein Mensch gestorben und Ihr feiert eine Party?“ Dabei ging es bei dem kostenlosen Konzert um das große Ganze – um den Tod eines Menschen und das Sammeln von Spenden für dessen Familie, um Drohungen und Gewalt gegen Unschuldige sowie nicht zuletzt um die Frage, wie wir künftig in Deutschland leben wollen. Dass Angst für niemanden alltäglich sein sollte, war der Konsens, der am Montagabend in Chemnitz herrschte. Fenil (29) aus Chemnitz „Ich hatte erst Angst, herzukommen. Dann habe ich diese Leute hier getroffen…
Weiterlesen
Zur Startseite