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Kate Tempest Let Them Eat Chaos


Auf ihrem letzten Album, „Every­body Down“, näherte sich die rappende Dichterin Kate Tempest über eine Party im Süden Londons dem Mikro­kosmos, um den sich ihre Tracks drehten. Dieses Mal zoomt die Britin aus dem tiefen dunklen Vakuum des Universums auf unser Sonnensystem, unseren Planeten, ­ihre Heimatstadt, einen Häuserblock.

Es ist 4.18 Uhr am Morgen, nur wenige Bewohner sind wach, kommen von der Arbeit oder von einer Party, sind schon aufgestanden oder wälzen sich schlaflos in ihren Betten, und ihre Gedanken kreisen um das eigene Dasein und die Welt, das Private und das Politische, Terror und Sex, Erderwärmung und Lebenssinn, die Flüchtlinge und Lifestyle, Stadt und Tod: „Everything’s connected and everything’s a message.“

Tempest ist eine grandiose Beobachterin, zeigt ihre Figuren über minimalistischen Tracks aus Beats und kalten Synthies wütend, verzweifelt und nachdenklich. So ähnlich hätte es wohl geklungen, wenn nicht Frank Sinatra, sondern Gil Scott-Heron ein Album mit dem Titel „In The Wee Small Hours“ gemacht ­hätte. (Caro­line)


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