Logo Daheim Dabei Konzerte

Metal Hammer Day #2: Saltatio Mortis, Avatarium, Irist

Weiterempfehlen!
  • Mail Icon
  • Mail Icon
  • Mail Icon
  • Stunden
  • Minuten
  • Sekunden
Spezial-Abo

Kino: Pirates Of The Caribbean – Fremde Gezeiten Regie: Rob Marshall


Disney Start: 19. Mai 2011

Man muss kein Blockbuster-Verächter sein, um sich vom vierten Teil des „Pirates Of The Carribean“-Franchise vor allem eingeschläfert zu fühlen. Selbst als Freund des visuellen Budenzaubers, als Jemand, der sich gerne auch mal in 3D-Welten führen lässt und dafür in Kauf nimmt, dass an Dialogen gespart wird, damit der blaue Held noch einmal zehn Minuten durch einen wunderbaren Urwald auf einem fernen Planeten laufen kann – selbst dann möchte man Regisseur Rob Marshall für diesen banalen Bombast ohrfeigen. Denn es ist geradezu eine Unverschämtheit, wie „Fremde Gezeiten“ die Kunst des filmischen Erzählens mit Füßen tritt und die Suche nach einer ominösen „Quelle der ewigen Jugend“ genauso inszeniert, wie es das ursprüngliche „Pirates Of The Caribbean“ in den Disneylands dieser Welt getan hätte: als bunte Achterbahnfahrt, in der die Handlung ebenso knirscht und knackt und quiekt, wie es Schienen tun, wenn man sie nicht genügend ölt. Klar, man schaut bei Blockbustern besser nie zu genau auf eine Story, dennoch darf man sich nicht fühlen, als werde man bloß von einer Erlebniswelt zur nächsten gekarrt. Der Spiegel verglich „Fremde Gezeiten“ dabei mit einer Pauschalreise. Auch das passt.

Die Reisegruppe hat mit Johnny Depp als Jack Sparrow, Ian McShane als Kapitän Blackbeard und Geoffrey Rush als Hector Barbossa die bekannten Haudegen an Bord, die ihre Sache im Rahmen der Möglichkeiten ganz gut  machen – erfrischenden Zuwachs gibt es mit Penélope Cruz, die Blackbeards Tochter Angelica spielt, die gleichzeitig Sparrows Ex-Geliebte ist. Wie sich das für eine Piratenmeute gehört, hat ein Jeder noch mit dem anderen eine Rechnung offen – und das daraus resultierende Verwirrspiel, vor allem zwischen Jack und Angelica sorgt für die wenigen Momente, in denen es mal in den Dialogen knistert. Keith Richards darf auch mal wieder als Papa Sparrow in einer dunklen Londoner Seitengasse auftauchen und seinen Sohn retten, um dann in einer Kneipe über die „Quelle der ewigen Jugend“ zu sinnieren. An dieser Stelle wähnt man sich dann kurz in einem Adventure wie „The Secret Of Monkey Island“ – abzüglich des Humors. Man muss nämlich z. B. die Träne einer Meerjungfrau mitbringen und zwei bestimmte Krüge und und und… So was kennt man normalerweise eher aus Point & Click-Adventures oder Rollenspielen.

Aber was hält einen denn nun (leidlich) wach? Die schier endlosen Verfolgungsjagden sind es nicht. Sämtliche Drehbuchsätze, in denen die „Quelle der ewigen Jugend“ auftaucht (gefühlt 23.473), erst recht nicht. Die Liebesgeschichte in der Nebendarstellerriege – Sam Claflin als Missionar liebt die bissige Meerjungfrau mit dem Lolita-Gesicht Asreid Bergè-Frisbey – ebenfalls nicht – dafür ist zuviel Pathos und zu wenig Tiefe in den kurzen Szenen, die man den beiden zugesteht. Nein – am Ende sind es Cruz und Depp, die den Film auf ihren Schultern tragen. Depp, mit der wohl erste ab Teil fünf vollends abgenutzten Sparrow-Darstellung (die er selbst „respektlos, subversiv und abstrakt“ nennt) und Cruz mit einer wunderbaren Mischung aus Charme, Verletzlichkeit und Verschlagenheit. Aber auch hier bleibt das Problem, dass man den Wortgefechten und Schäkereien immer nur wenige Minuten einräumt, bis es zur nächsten Attraktion geht. Gut, die in London, Hawaii, Long Beach und Los Angeles errichten Schauplätze können sich in der Tat sehen lassen – aber auch hier ist es Marschalls Hau-Drauf-Inszenierung zu verdanken, dass man sich vor lauter ins Nichts drehender Action gar nicht auf die Pracht konzentrieren kann.

Freunde der gepflegten Hollywood-Überwältigung sollten sich den Film dennoch anschauen – vor allem, um im Anschluss ein Pamphlet aufzusetzen, das mehr Handlung, mehr Dialoge und weniger Achterbahnfahrt für die kommenden Karibikfahrten mit Captain Jack fordert.

Zeitgleich zum Kinostart erscheint auch der offizielle Soundtrack – der wie immer von Hans Zimmer stammt – diesmal allerdings mit Unterstützung des mexikanischen Gitarrenduos Rodrigo Y Gabriela. Den Soundtrack gibt’s momentan hier komplett im Stream.

 


ÄHNLICHE KRITIKEN

Rum Diary :: Regie: Bruce Robinson


ÄHNLICHE ARTIKEL

Johnny Depp: Seine erfolgreichsten Filme an der Kinokasse

Johnny Depp ist der Unangepasste in Hollywood und neben der Leinwand macht er auch Bühnen unsicher. Mit diesen zehn Filmen überzeugte er das internationale Kinopublikum besonders.

Johnny Depp hat jetzt denselben Agenten wie Joe Perry

Der „Fluch der Karibik“-Star ist seit einiger Zeit wieder mit seinen „Hollywood Vampires“ aktiv. Ganz offiziell steht Depp nun neben anderen Rockern bei „Global Artist Management“ unter Vertrag.

Alice Cooper verteidigt Johnny Depp: „nicht drogenabhängig!“

Der Sänger stellt sich hinter seinen Hollywood-Vampires-Kollegen und erklärt die Vorwürfe durch die Medien für falsch.


Die besten deutschen Songs aller Zeiten: Can - „Aumgn“

Sie lernten ihn 1970 in einer Fußgängerzone in München kennen: Vor dem Club Blow Up, in dem sie mit ihrer Band Can ein Konzert geben wollten, trafen Holger Czukay und Jaki Liebezeit einen japanischen Gammler namens Damo Suzuki, der gerade ein Straßenkonzert absolvierte – vielleicht aber auch nur ein paar Mantren und rituelle Beschwörungen murmelte. Holger Czukay ging sofort auf ihn zu und bat ihn, am Abend mit Can aufzutreten. Mit Erfolg: Wegen seines unkontrollierbaren Verhaltens kam es im Publikum zu einer Schlägerei; von diesem Konzert an arbeiteten Can und Suzuki drei Jahre lang miteinander. „Tago Mago“ heißt die dritte…
Weiterlesen
Zur Startseite