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Kitty, Daisy & Lewis The Third

Sunday Best/PIAS

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Foto: Sunday Best/PIAS

Längst hat sich Pop davon verabschiedet, unbedingt der Sound des Now sein zu wollen. Schon weil inzwischen viel zu viele großartige Stile, Sounds und Songs in der Welt sind, um sie zu ignorieren. Und weil es wesentlich angenehmer ist, sich in sicheren Erinnerungen zu wiegen, als über eine ungewisse Zukunft nachzudenken. Verglichen mit den dystopisch unterkühlten Entwürfen aus der Elektronik-Ecke wirkt das dritte Album von Kitty, Daisy & Lewis wie ein herzerwärmender Bollerofen in einer prall gefüllten Kneipe.

„The Third“ ist ein eklektischer Mix aus R&B, Blues, Country, Jazz, Reggae und Rock, der sich anhört wie ein Streifzug durch 50 Jahre Pop-Geschichte. Angefeuert von kraftvollen Bässen wiegt sich „Baby, Bye Bye“ im lasziven Rhythmus eines Blue Beats. Sehr easy, leicht und sommerlich, mit ein paar dezenten Streichern im Hintergrund. Klingt, als wäre man gerade aus einer Zeitmaschine gestiegen und stünde 1978 im Londoner Stadtteil Notting Hill. Dass da alles bis ins Detail stimmt, liegt auch daran, dass Kitty, Daisy & Lewis beim Schreiben und Einspielen der Songs wieder von ihren Eltern unterstützt wurden: Mutter Ingrid Weiss war einst die Schlagzeugerin der Post-Punk-Feministinnen The Raincoats, Graeme Durham ist der Betreiber eines prominenten Mastering-Studios. Und noch ein alter Herr hat mitgeholfen: Mick Jones, ehemaliger Gitarrist von The Clash und Big Audio Dynamite, produzierte das Album und ist auch als Musiker mit von der Partie.

So besitzt „The Third“ die Sorgfalt und das Wissen alter Hasen, aber auch den Enthusiasmus und die Frische neugieriger Novizen. Das R&B-Duett „It Ain’t Your Business“ hat so einen herrlich juvenilen, fingerschnippenden Swing. Und der melancholische Blues „No Action“ ist schlicht zum Niederknien. Nicht immer klappt alles perfekt: „Never Get Back“ wirkt etwas dünn beim Versuch, eine klassische Jazz-Ballade zu sein. Dafür ist „Whenever You See Me“ wieder ein hinreißender Pop-Ohrwurm.

Eleganter und opulenter als die beiden Vorgänger, ist „The Third“ eine weitere Facette im musikalischen Generationen-Projekt der Durham-Familie.

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