Kyla La Grange Ashes


Ioki Records/Sony Music

Vielleicht liegt es ja am bösen Ex-Freund. Vielleicht aber auch am Philosophiestudium, das Kyla La Grange in Cambridge abgeschlossen hat. „Ashes“, das Debüt der Songschreiberin aus Watford, vertont jedenfalls das Verlangen und die Furcht vor der Vergänglichkeit, gerät dabei neurotisch, pessimistisch, episch, melodramatisch – und klingt wie ein später Versuch der 26-Jährigen, die teen angst hinter sich zu lassen. Kyla La Grange empfängt einen bereits schweren Herzens: „Get up get up get up my heart is heavy“, warnt sie im dunkel-beseelten „Walk Through Doors„. Später in der somnambulen Seufzersonate „Woke Up Dead“, die sich in einen hypnotischen Chant steigert, übersetzt sie ihre Verlassensängste in morbide Fantasien: „One fine day when I woke up dead/ She was on your arm and filled your head.“ Und auch sonst hätten Psychoanalytiker ihre Freude daran, die finsteren Musikträume zu deuten, die Kyla La Grande mit ihrer großen, wandelbaren Stimme verrät. Mit „Ashes“ haust sie in einem Gothic-Pop-Märchenwald – irgendwo zwischen Anna Calvi, Florence & The Machine und Lana Del Rey – und trägt Verzweiflungsnummern vor. Zwar öffnet sich die Musik in viele Richtungen, immer aber schlummert in ihr die Erkenntnis, dass das Herz eine miese Gegend ist.


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