Liz Green O, Devotion!


PIAS VÖ: 27.01.2012


von

Das lange Warten hat sich gelohnt: „O, Devotion!“ löst das Versprechen der beeindruckenden Singles ein, verwertet die A-Seiten noch mal, jedoch etwa im Falle von „Bad Medicine“ leicht verändert. Nicht mehr ganz so archaisch klingt es jetzt, doch steht einer unziemlichen Verhübschung ja verlässlich Liz Greens Stimme im Weg, deren dunkles Timbre so Schmus-abweisend ist wie ihr schwarzer Humor. Die Musik der in Manchester lebenden Sängerin und Poetin erschwert facile Genre-Zuordnung, ist Folk und Blues zugleich. Und bedient sich gern des Jazz als kolorierende Kulisse, mittels einfacher, indes wirkungsmächtiger Mittel, die das Geschehen zuweilen nach New Orleans verlagern. Wesentlichen Anteil am Gelingen dieser Tracks hat auch Produzent Liam Watson, dessen schnarrendes, rein analoges Klangbild optimal mit Greens beklemmenden und morbiden Songgebilden korrespondiert. Es wird ersoffen und erhängt. „Gallows“ heißt der finale Song, der buchstäblich den Boden unter den Füßen entfernt und uns Albträume beschert: „Here comes a candle to light you to bed/ And here comes a chopper to chop off your head.“ Schlaflied zum Schafott.