Mark Eitzel Don’t Be A Stranger


Decor/Indigo


von

Wer Mark Eitzel von seinen Solo-Alben oder den Arbeiten als und mit American Music Club seit Anfang der Achtziger kennt, wird sich nicht wundern, dass er mit „Don‘ t Be A Stranger“ ein sehr schönes, ruhiges, dunkel-selbstverachtendes Album aufgenommen hat. Es ist, alles zusammengenommen, sein ungefähr 25, doch davon später mehr. Zunächst muss an dieser Stelle kurz der Hinweis auf seine Life-Lessons auf Youtube stehen, in denen sich ein verschüchterter Eitzel freundschaftlichen Rat zu seinem neuen Album von Leuten wie Billy B, dem Visagisten von Lady Gaga, holt. B: „Also Mark, ein Samtjackett ist natürlich schon ein bisschen schwul.“ Eitzel: „Naja, ich bin ja selbst auch ein bisschen schwul.“ B: „Ja, aber warum möchtest du denn du selbst sein?“ Sehr amüsant, wirklich. Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau eigentlich „Don’t Be A Stranger“ zu einem richtig großen Singer/ Songwriter-Album fehlt. Die Songs sind durchweg höchst geschmeidig komponiert und mit klugem, düsterem Witz betextet, der die beinahe monothematische Selbstdemütigung samtig funkelnd erträglich macht. Die Lieder werden von einem oft jazzig geöffneten Groove angeschubst, der interessant auf sehr direkt angezupften akustischen Gitarren und melodisch klimperndem Klavier beruht, die dann wieder von Bandmomenten und mit sämigen Keyboardflächen, E-Gitarren und Streichersätzen umwölkt werden. Dabei erlebt man oft bezaubert, wie er seinen Songs, den Instrumenten und der wie Rauch wandernden Stimme großzügigst Luft zur Entfaltung im Raum gibt. Aber zwischendurch hätte er vielleicht einfach mal ein bisschen strenger sein können.


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