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Neil Young Tuscaloosa


Warner

Noch war Neil Young in seiner pastoralen Phase, und bald trat er in seine desperate Phase ein. 1973 war er mit den Songs von „Harvest“ und den Stray Gators auf Tournee. Der Schlagzeuger Kenny Buttrey verließ die Band und wurde von Johnny Barbata ersetzt. Im selben Jahr wurde das Live-Album „Time Fades Away“ veröffentlicht (mit Barbata), und erst zwei Jahre später „Tonight’s The Night“, das eigentlich die nächste Platte sein sollte.

Bei diesem Konzert in Tuscaloosa/Alabama entwickelt sich die Dramaturgie vom Verträumten („­Here We Are In The Years“, „After The Gold Rush“, „Out On The Weekend“) zum Sentimentalen („Old Man“, „Heart Of Gold“) und zum Lauten („Lookout Joe“, „Alabama“, „Don’t Be Denied“). Oder, wie Neil Young es formuliert: Die Songs seien „mellow“, aber „edgy“. Und da unten in Alabama sei es „trippy“ gewesen.
In Tuscaloosa wurden 20 Stücke gespielt, aber nur 11 sind auf diesem Album enthalten. „The Loner“, sagt Young, sei nicht gut genug gewesen. Wie kann etwas, bei dem Ben Keith und Jack Nitzsche mitspielten, nicht gut genug sein? „On The Way Home“ sei schon auf vielen Live-Platten. Man würde annehmen, dass „After The Gold Rush“ auf sehr vielen Live-Platten von Neil Young ist.

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Man hört den gotischen Farmer-Folk, den Young viele Jahre später, bei den Songs von „Silver & Dust“, noch einmal mit den Stray Gators spielte. Etwas Unheimliches liegt latent in der Langsamkeit, dem Verschlurften, der zupfigen Betulichkeit. „Out On The Weekend“, „Harvest“ und „Heart Of Gold“ erzählen uns von einem Idyll, aber der nervöse, zerrende Country-Shuffle „Time ­Fades Away“ und das aufgekratzt-zerfranste, hoppelig-­gitarrenjaulende „Lookout Joe“ erzählen etwas anderes. „Tuscaloosa“ ist eine südliche Platte. Bald soll endlich „Homegrown“ erscheinen, das Album von 1975, aus dem dann die Hälfte von „American Stars ’N Bars“ wurde. All die Platten, die Young nicht, nicht dann oder anders veröffentlicht hat – diese Phantomkarriere wird nun rekonstruiert.


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