Pale Saints The Comforts Of Madness


Der überstrapazierte Genrebegriff „Shoegaze“ hieß zwischen 1980 und 2000 unzählige Bands willkommen, sogar solche, die nicht dazugehören wollten. Aber ausgerechnet eine fällt bis heute oft unter den Tisch: ­Pale Saints. Ian Masters gründete die Gruppe 1987, verließ sie 1993 nach zwei Alben und war weit davon entfernt, mit seiner Musik erfolgreich zu sein.

Aber das Dream-Pop-Debüt funkelt 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch immer: Masters war nicht nur ein Meister des Sirenen­gesangs, er paarte Sinnlichkeit mit Noise-Gitarren und Texten über die Apokalypse („Language Of Flowers“) oder den Fährmann, der auf dem Styx die Reise in den Hades anführt („Sea Of Sound“). Und doch gelang es Masters, jede Abstrusität nach schüchterner Verliebtheit klingen zu lassen.

„The Comforts Of Madness“ erschien bei einem der geschmackssichersten Alternative-Rock-Labels seiner Zeit, 4AD. Für das Artwork zeichnete Vaughan Oliver verantwortlich, die Platte wurde von Gil Norton produziert, der zuvor „Doolittle“ von den Pixies betreute – auch das ein Werk, in dem Verbrechen und Gewalt mühelos neben Lieblichkeit und Pralinenmelodien existierten. Aber so schwach das Jahr 1990 auch im Gitarrenpop war, Pale Saints konnten sich mit ihrer exquisiten Elf-Song-Sammlung nicht behaupten. Schuld daran war nicht zuletzt die Abmischung, die „The Comforts Of Madness“ zu einem der leisesten Alben der Dekade machte.

All das wurde mit diesem Remaster, auf Doppel-Vinyl sowie Doppel-CD, behoben. Turn it up! Jeder Song erklingt nun als Angriff, Gebet oder Klage, aber eben so, dass es alle erreichen dürfte. Die Stücke auf der Bonus-Disc hat Ian Masters selbst zusammengetragen. Die „Woodhouse Studio Sessions“ sind umwerfend roh klingende Demos von 1989, dazu gibt es John-Peel-Sessions aus dem gleichen Jahr.

Gemessen daran, wie wenig Pale-Saints-Material aus der Frühphase überhaupt bis jetzt kursierte, ist dieses Set ein kleiner Schatz. (­4AD)


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