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Paterson von Jim Jarmusch Ein Film wie ein Gedicht


Die Filme von Jim Jarmusch hatten nie eine Handlung, waren immer Fotografien, die sich (manchmal) bewegten und Fremde zeigten, die sich in ihrem coolen Wissen in Bezug auf Musik und Literatur eingerichtet hatten, weil ihnen das Außen­seitersein ein gutes Zuhause war. Auch „Paterson“ ist so ein Film. Man sieht einen stoischen, gutmütigen Mann, der Paterson heißt, Gedichte nach Art des Imagismus schreibt und als Busfahrer in Paterson/New Jersey arbeitet. Natürlich ist dieser Film eine Hommage an den großen Dichter William Carlos Williams und sein fünfbändiges Epos „Paterson“, das von einem Mann handelt und von einer Stadt.

Jarmusch begleitet seinen Paterson (Adam Driver) eine Woche lang von Montag bis Montag, zeigt ihn bei den immer gleichen Routinen. Er wacht um kurz vor halb sieben neben seiner Freundin, Laura (Golshif­teh Farahani), auf, geht zur Arbeit, schreibt auf dem Fahrersitz noch kurz an einem Gedicht, wird von einem Kollegen begrüßt, der ihm sein Leid klagt, lauscht amüsiert den Gesprächen seiner Fahrgäste, macht an den Wasserfällen von Paterson Mittagspause, kehrt heim, rückt den leicht schief stehenden Briefkasten zurecht, wird von Laura begrüßt, die die gemeinsame Wohnung mit neuen schwarz-weißen Mustern verziert hat, ihn drängt, endlich eine Kopie des geheimen Notizbuchs mit seinen Gedichten anzufertigen, und beim Shopping­kanal eine schwarz-weiße Gitarre und eine Übungs-DVD von Estaban bestellt hat, weil sie Country­sängerin werden will.

Ein Film wie ein Gedicht

Er geht mit dem Mops raus, der Marvin heißt (natürlich nach Lee Marvin), leint ihn vor der Bar an, trinkt Bier und unterhält sich mit dem Wirt und kehrt heim. Am Ende der Arbeitswoche wird diese Routine plötzlich durchbrochen, der Bus bleibt wegen eines technischen Defektes liegen, Unheil kündigt sich an.

Man muss diesen Film tatsächlich wie ein Gedicht lesen, den (Doppelgänger- und Schatten-)Motiven, den Mustern, Rhythmen und Anspielungen aufmerksam folgen, denn der ­Inhalt dieses Films ist zugleich seine Form, und umgekehrt. Jarmusch in Vollendung.


Die ultimativen 20: Hier ist die Oster-Playlist

Es würde vielleicht nicht jeder den Billy-Joel-Song „The Downeaster Alexa“ in einer Oster-Playlist durchgehen lassen. Die Qualifikation der folgenden 20 Titel dürfte allerdings unstrittig sein. 01. Nat King Cole – „Easter Sunday Morning“ 02. UNKLE feat. Thom Yorke – „Rabbit In Your Headlights“ 03. Iron & Wine – „Rabbit Will Run“ 04. Joanna Newsom – „Jackrabbits“ 05. Sufjan Stevens – „Enjoy Your Rabbit“ 06. Animal Collective – „Who Could Win A Rabbit“ 07. Florence + The Machine – „Rabbit Heart (Raise It Up)“ 08. Captain Beefheart & His Magic Band – „A Carrot Is As Close As A Rabbit Gets…
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