Patricia Kaas Kabaret – Live



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Das genaue Konzept dieses Programms bleibt auch nach Ansicht rätselhaft: Die Kaas singt Lieder der großen Diven, zuvörderst also aus den 30er und 40er Jahren – das stimmt insofern nicht ganz, als ja auch die Diven vor allem Lieder andere Diven sangen und ein Chanson von Hildegard Knef natürlich nicht in die avisierte Ära passt. Ihr werde attestiert, dass ihr Äußeres so gut den Vorbildern entspreche, sagt die Kaas. Dietrich ja, Piaf nein.

Im beleuchteten Guckkasten entwirft die heißkalte Frau vor wechselnden Prospekten eine Schau, die Cabaret, Tingeltangel, Nachtclub evoziert. Wenn sie in Hosen und Bustier tanzt, möchte der Franzose vielleicht „O lá lá!“ rufen, doch das Publikum bleibt stumm und im Dunkeln bis zum Schluss. Die kleine Band navigiert sicher durch Balladen und Einschlägiges wie „Mademoiselle Chante Le Blues“ – Patricia Kaas‘ Vortrag ist sogar bei dem schlichten, für ihre Mutter geschriebenen „La Dernier Fois“ atemraubend. Sie stellt nicht „Authentizität“ aus. Sie ist ganz und gar Kunst.