Paul McCartney: Good Evening New York City (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Paul McCartney Good Evening New York City


Universal 27. November 2009


von

Die Live-Alben und -DVDs, die Paul McCartney in den letzten 20 Jahren veröffentlicht hat, gehen auf keine Kuhhaut. Um Anlässe nie verlegen, nutzte er den Abriss des Shea Stadiums, in dem die Beatles im August 1965 aufgetreten waren (und im Gekreische nicht zu hören waren), um auf demselben Grund, Citi Field genannt, die Stadt New York zu grüßen. Im Jahr 2008 hatte er Billy Joel beim Abschied vom Shea assistiert.

Frohgemut beginnt der ranke ältere Herr (in kragenloser Beatles-Joppe) mit „Drive My Car“, navigiert durch „Jet“ und „Let Me Roll It“, „Live And Let Die“ und „Band On The Run“, gedenkt John („Here Today“) und George („Blackbird“) und Linda („My Love“), vergisst „The Long And Winding Road“, „Let It Be“, „Paperback Writer“ und „Yesterday“ nicht, überrascht mit „Got To Get You Into My Life“, lässt sich bei „Hey Jude“ feiern, singt bei „A Day In The Life“ notgedrungen alles selbst und geht dann über zum Refrain von „Give Peace A Chance“. Vorn stehen diese beiden komischen jungen Typen, die wie von den Goo Goo Dolls oder dergleichen ausgeliehen wirken, und am Schlagzeug sitzt nicht Ringo, sondern der wunderbare schwarze Schlagzeuger Abe Laboriel – diese Besetzung beschäftigt McCartney schon lange.

Auch bei dem Konzert auf dem Vordach des Ed Sullivan Theatre in Manhattan. Dort besuchte McCartney die Show von David Letterman, aber bereits gegen Mittag erfreute er die Schaulustigen auf der Straße und an den Fenstern der umliegenden Bürohäuser mit einem kleinen Konzert: „Drive My Car“, „Let Me Roll It“… „Jetzt wieder an die Arbeit!“ scherzte der allerliebste Liverpudlian, Fingerzeige gebend und mit der vorgeblich strengen Mimik des späten Peter Alexander. Paul McCartney arbeitet sich im Katalog der Beatles-Stücke zum Anfang durch und wird voraussichtlich ums Jahr 2012 mit den Solo-Platten fortfahren. Live.

(Universal)