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Queen Sheer Heart Attack


EMI

„She’s a Killer Queen/Gunpowder, gelatine/Dynamite with a laser beam/Guaranteed to blow your mind/Anytime“ – nachdem Queen mit „Seven Seas Of Rhye“, dem letzten Track von „Queen II“, einen kleinen Achtungserfolg verzeichneten, landeten sie mit „Killer Queen“ ihren ersten echten Hit. Der Song, der laut Mercury von „erstklassigen Callgirls“ handelt, fesselt durch seine von Overdubs gestählte Eingängigkeit und liefert eigentlich alles, was die englische Band in den Jahren danach auszeichnen sollte: Pomp, Glam, Grandezza.

Wie die Mehrzahl der Queen-Alben ist auch „Sheer Heart Attack“ eine Wundertüte, die stumpfsinnige, aber aufreizende Gitarrengniedeleien wie „Brighton Rock“ neben (eigentümlich kurze) Pianoballaden wie „Lily Of The Valley“ stellt. Dazu gibt es Ausflüge ins Musical-Wunderland („In The Lap Of The Gods“) oder mit „Stone Cold Crazy“ einen Thrash-Metal-Song avant la lettre, der sinnigerweise beim Tribute-Konzert nach dem tragischen Tod von Freddie Mercury im Jahr 1991 von Metallica geschmettert wurde.

Ein bisher oft unterschätzter Höhepunkt ist das treibend-aggressive „Flick Of The Wrist“, das entweder schon wieder von Prostituierten erzählt oder, je nach Lesart, das zerrüttete Verhältnis zwischen der Band und ihrem Label Trident Productions beschreibt. Auch „Now I’m Here“ ist an Bord, über die Jahrzehnte sicher einer der am häufigsten gespielten Live-Songs von Queen – und Roger Taylors Sternstunde als Drummer.

„Sheer Heart Attack“, dessen scheußlicher Titletrack zum Glück nicht rechtzeitig fertig wurde und dann auf „News Of The World“ irgendwie hinter den Mitgröhl-Stadionstampfern „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“ versteckt wurde, macht Tabula Rasa mit den lyrischen Romantizismen der ersten beiden Queen-Platten. Die Fantasiewelten von „Ogre Battle“ oder „Great King Rat“ sind zärtlichen Balladen wie „Dear Friends“ (mit Choreinsatz) oder albernen Spielereien wie „Bring Back That Leroy Brown“ gewichen. Dazu gibt es die erste von vielen großartigen John-Deacon-Kompositionen („Misfire“, angetrieben von hübschen Karibik-Sounds) und surreale Songtitel wie „She Makes Me (Stormtrooper in Stilettos)“

Das mag auf den ersten und wohl auch auf den zweiten Blick alles etwas zu viel Sahne auf der Torte sein, aber „Sheer Heart Attack“ präsentiert sich im Ganzen vorbildlich mit dem Sound, den sich Mercury, May, Deacon und Taylor für ihre Band wohl immer vorgestellt hatten. Wie auf keinem anderen Album von Queen ergibt der zuweilen süffisante bis verschmitzte musikalische Cocktail einen Sinn und macht einen runden, geschlossenen Eindruck. Dazu passen die sensationell aufeinander abgestimmten Übergänge zwischen den einzelnen Liedern, die gerade die A-Seite erscheinen lassen, als wäre sie aus einem Guss.

Da ist es fast nicht zu glauben, dass Brian May krankheitsbedingt (er kämpfte mit Hepatitis) zunächst gar nicht an den Aufnahmen beteiligt war und erst später hinzugezogen wurde. Seine Kollegen hatten ihm aber großzügigerweise genug Raum gelassen, seine Ideen nach Belieben einzusetzen. Queen verstanden sich ja immer schon als Kollektiv, das nicht durch Mannschaftsstärke glänzt, sondern jedem einzelnen Mitglied genügend Luft zum Atmen ließ, die eigenen musikalischen Feuchtträume in die Tat umzusetzen.


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