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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress

Radiohead OK Computer OKNOTOK 1997–2017


Dass Radiohead 1997 unterschiedlichste Künstler beeinflussen würden, illustriert eine jüngst im Netz aufgetauchte gigantische Gästeliste ihres New-York-Konzerts: Beas-tie Boys, Madonna, Marilyn Manson, R.E.M., U2 … Und da war „OK Computer“ noch gar nicht veröffentlicht. Tatsächlich bot das Album dann einen Gegenentwurf zum Britpop, der längst ein Auslaufmodell war. Der Plattentitel war eine Kapitulationserklärung, pessimistisch dichtete Thom -Yorke über Fleisch, das trotz größter Anstrengung schwächer ist als Technik („Fitter Happier“). Gitarrist Jonny Greenwood nutzte bei „Climbing Up The Walls“ auf der Bühne einen Radioverstärker, der Störgeräusche empfing – sie nahmen die Internet- und Vernetzungs-skepsis von „Kid A“ vorweg.

Dabei ist „Paranoid Android“ fast so etwas wie zeitgenössischer Prog-Rock. Die Songlänge (6:27), die Gitarren-soli und der Versatzstück-Aufbau wie von Queen! Das Album hielt seine selbstsichere mittlere Geschwindig-keit, mit „Electioneering“ gibt es unter den zwölf Stücken nur einen einzigen Uptempo-Song –als wären Pink Floyd zurückgekehrt. Nur die Traurigkeit, die war Radiohead ganz eigen.

Nur den B-Seiten fehlt die Traumhaftigkeit

Die „OKNOTKO“-Edition erscheint mit B-Seiten und Out-takes. Fanboys lieben alles von Radiohead, aber den elf zusätzlichen Liedern fehlt die Traumhaftigkeit des Albums. „Meeting In The Aisle“ enttäuscht durch Zeitgeistbezug und lehnt sich bei den Clubrhythmen von 1997 an. Sehnsüchtiger erwartete man „Lift“ und „I Pro-mise“, zwei Songs wie aus der dramatisch-rockigen Frühphase – sehnsüchtig erwartet, weil die Band Live-Versionen unveröffentlichter Stücke Jahre mit sich rumschleppte. Leider fehlt der Glastonbury-Auftritt, bei dem die Band erstmals die Erfahrung machte, dass der brütende -Yorke auch Festivalmassen für sich einnehmen kann.

Kooperation

Viele Kritiker bezeichnen „OK Computer“ als Meisterwerk. 1997 erhoffte man sich von den Songs, dass sie 2017 nicht altmodisch wirken würden. Zu Recht: Sie werden auch 2027 noch strahlen, als dunkle Sterne.


1969: Led Zeppelin veröffentlichen ihr Debüt – und ROLLING STONE verreißt es

"Sie legen es darauf an, ihr beachtliches Talent für unwürdiges Material zu verschwenden". An "Led Zeppelin I", dem Debüt vom Led Zeppelin, ließ unser Kollege vom US-ROLLING-STONE, John Mendelsohn, kein gutes Haar. Mendelsohn rezensierte die Platte im März 1969, zwei Monate nach dessen Erscheinen. Hier „Led Zeppelin I“ bestellen[/amazon02 Limitiert, schwache Songs "Formelhaft" sei allein schon die Zusammensetzung der Band: ein exzellenter, aber unterverkaufter Gitarrist treffe auf einen "hübschen" Sänger mit "Soul-Röhre", leidlich kompetent sei die Rhythmus-Sektion; Schlagzeuger John Bonham dresche schließlich "bei jedem Beat" aufs Becken ein. Musikkritiker Mendelsohn drischt aber vor allem auf Gitarrist Jimmy Page ein: "Leider…
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