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Rod Stewart Blood Red Roses


Rod Stewart ist ein Spaßvogel. „Ich denke eigentlich jedes Mal, dass ich meine Alben für ein paar Freunde aufnehme – und das neue Album hat genau diese Intimität“, verkündet er anlässlich der Veröffentlichung von „Blood Red Roses“. Tatsächlich verströmen die 14 Song die Intimität einer Bankfiliale.

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Man muss es sich wahrscheinlich so vorstellen: Der alte Schwerenöter wollte es noch einmal wissen, also im kommerziellen Sinne. Er lud seinen Produzenten Kevin Savigar und ein paar Musiker seines Vertrauens ein und machte ihnen klar, was sie zu tun hätten. Eine Platte auf der Höhe der Zeit sollte es sein, aber auch eine, die seine bekannten Leidenschaften, von Soul über Rockballaden bis hin zu Folk, widerspiegeln würde. Also klöppelten die Herren zwischen Tür und Angel, Bühne und Hotelzimmer einen Mix aus bekannten Manierismen in vermeintlich modernem Gewand zusammen. Eine Instant-­Musik mit allerlei Sounds aus der Konserve, gegen die selbst Stewarts Alben aus den 90er-Jahren wie der Heilige Gral der Authentizität wirken. ­Eine Heimstudio-Produktion fürs Stadion.

Woran hat er eigentlich noch Freude?

„Look In Her Eyes“ schiebt mit Club-Wumms überzuckerte Harmonien an. Den Flirt mit dem hymnischen Pop-Chorus beherrscht Stewart noch immer aus dem Effeff. Überhaupt ist hier vieles ein Noch-mal. In „Give Me Love“ gibt er noch einmal den Discolöwen aus „Da Ya Think I’m Sexy?“-Zeiten, „Cold Old London“ ist noch einmal reiner Schmalz. Das Titelstück beginnt mit einem ähnlichen Folklore-Kitsch wie „Rhythm Of My Heart“, und „Rollin’ & Tumblin’“ ist noch einmal ­eine reichlich mediokre Cover­version. Und Stewarts libidinöses Gurgeln wird – Asche auf mein sexistisches Haupt – bei Frauen jenseits der Meno­pause noch einmal verloren geglaubte Gefühle wecken.

Das Beste an „Blood Red Roses“ ist, dass zumindest einer Freude zu haben scheint. Bleibt fraglich, woran. An der Musik? Oder an der Vorstellung, dass ihm seine Fans auch diesmal blind aus der Hand fressen ­werden? (Universal)


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Eine amateurhafte Aufnahm des frühen „I Feel It In My Heart“ (1976) zeigt die allerliebste Tina Weymouth mit gescheitelter Kurzfrisur an ihrer großen Bassgitarre, die sie ja bediente wie kein anderer Mensch - sie gab stets das Muster für das Bassgitarrespielen überhaupt. Der nervöse David Byrne singt dieses zarte, verzweifelte Lied über jemanden, der gern Freude an seiner Arbeit hätte und der Familie ein Sonnenschein wäre. Er müßte es halt nur noch entschiedener versuchen, glaubt er. https://www.youtube.com/watch?v=ewY34GqbRkA Damit war der Ton vorgegeben, der die Studien in Soziopathie auf „77“ (★★★★★) bestimmt. Zum trockenen Groove besingt Byrne die Nöte und Wonnen…
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